Pinterest dreht an der Umsatzschraube: Die Weichen für höhere Werbeeinnahmen werden gestellt. Mit der Einführung des Werbeanzeigen-Managers kann nun, zumindest in den USA, jedes Unternehmen auf Pinterest werben. Dazu kommen Gerüchte um neue Werbeformate und neue Case Studies, welche die Effektivität von Cinematic Pins belegen. Dies und was sich bei Pinterest sonst noch so tut, lesen Sie im aktuellen News Wrap up.

Pinterest News April 2016

Pinterest führt Werbeanzeigen-Manager ein

Pinterest hat seinen Werbeanzeigen-Manager für kleine und mittlere Unternehmen in den USA geöffnet. Damit steht das Tool nun quasi allen Unternehmen zur Verfügung – bisher wurden Werbe-Pins nur in Kooperation mit ausgewählten Unternehmen ausgespielt. Der Zugriff auf den Werbeanzeigen-Manager erfolgt ähnlich wie der auf die Pinterest Analytics über eine dezidierte URL: ads.pinterest.com. Wer schon einmal mit dem Werbeanzeigen-Manager von Facebook oder Twitter gearbeitet hat, wird sich hier schnell einfinden.

Pinterest Werbeanzeigen-Manager

Pinterest Werbeanzeigen-Manager

Zugleich wurden noch einige Updates und Verbesserungen mit auf den Weg gebracht, um die Leistung von Werbe-Pins zu verbessern. So wurden die Targetingoptionen deutlich verbessert: Statt bislang 30 Interessen sind nun 420 verfügbar. Gab es bislang nur die Möglichkeit innerhalb der Feeds nach Interessen zu targeten oder innerhalb der Suchergebnisse nach Keywords, so ist nun grundsätzlich beides möglich. Darüber hinaus bietet nun auch Pinterest das Targeting auf Customized Audiences an und zwar über den Upload einer Kundendatenbank. Damit zieht Pinterest gleichauf mit Facebook und Twitter, die dies schon länger bieten und ermöglicht so nun auch das derzeit vielbeschworene, in Deutschland rechtlich jedoch schwierige, Remarketing.

Dass sich die Werbung auf Pinterest lohnt, zeigen die positiven Auswirkungen diverser Kampagnen auf die organische Reichweite der beworbenen Inhalte: Werbetreibende auf Pinterest erzielen durchschnittlich im Monatszeitraum nach Kampagnenstart 20 Prozent mehr organische Klicks auf ihre Inhalte. Offenbar stellt sich hier ein kleiner Schneeballeffekt ein, bei dem beworbene Pins auch nach den Werbemaßnahmen noch von der gesteigerten Reichweite profitieren und immer weiter geteilt werden.

Der Zugriff auf ads.pinterest.com steht übrigens auch deutschen Nutzern offen, was darauf hinweist, dass die Werbe-Pins bald auch hierzulande verfügbar werden. (Wenn es sich nicht um einen Bug handelt.)

Cinematic Pins steigern Kaufbereitschaft

Knapp ein Jahr nach der Einführung von Cinematic Pins veröffentlicht Pinterest nun erste Case Studies, die eine deutliche Zufriedenheit der Werbetreibenden mit dem Daumenkino-artigen Werbeformat zeigen. Demnach konnte das Kosmetik-Unternehmen L’Oréal die Kaufbereitschaft für den True Match Lumi Glow Illuminator um 37,2 Prozent steigern, beim Süßigkeitenriesen Reese’s waren es immerhin noch 25 Prozent. Ob diese Zahlen repräsentativ sind, ist leider nicht bekannt. Fakt ist jedoch, dass Cinematic Pins inmitten all der statischen Pins viel Aufmerksamkeit generieren. Hinzu kommt, dass Werbung auf Pinterest derzeit und insbesondere im Zeitraum, als die Case Studies erfasst wurden, noch verhalten ausgesteuert wird, so dass die Ads besonders gut wirkten. Mit mehr Werbung auf der Plattform werden diese Zahlen vermutlich sinken.

Bildquelle: Pinterest

Ebenfalls erwähnenswert in diesem Zusammenhang: Pinterest erweitert sein Repertoire an Werbeformaten und testet derzeit Video Ads. Viel weiß man noch nicht, außer dass mit der optimalen Videolänge experimentiert wird.

Studie zeigt: Followerzahlen sind für die Katz

Das Berliner Analytics-Unternehmen Rivalfox untersuchte die Pinterest-Nutzung der Fortune 500-Unternehmen. 38 Prozent dieser Firmen haben einen Pinterest-Account, doch nur 17 Prozent nutzen die Plattform aktiv. Da ist also deutlich Luft nach oben! Spannender als die Auswertung der Big Player sind jedoch die statistischen Auswertungen von Rivalfox: So kommen die meisten Repins von Nicht-Followern, was die vieldiskutierte Wertlosigkeit von Vanity Metrics unterstreicht – so könnte man jedenfalls argumentieren. Nichtsdestotrotz bleibt ein Follow Ausdruck einer Bindung an die Marke, denn warum sonst sollte man dieser folgen? Allerdings nützen viele Follower nichts, wenn es kein Engagement gibt, das die Marke bekannt macht. Insofern bleibt festzuhalten: Engagement auf Prio 1 setzen, Followerwachstum auf Prio 2 – bestenfalls gehen beide Hand in Hand.

Ebenfalls interessant in der Rivalfox-Studie: Es braucht offenbar mindestens 10 Pinnwände, um nennenswertes Engagement zu produzieren. Und um noch einmal auf die Thematik Videos zurückzukommen: Diese repräsentieren nur 1,3 Prozent aller Pins und sind in Sachen Engagement nicht so wahnsinnig performant, denn Bilder werden fünf Mal mehr geteilt.

Pinterest führt How-to-Pins ein

Als Anlaufstelle für DIY-Projekte aller Art und in seinem Bestreben eine möglichst optimale User Experience herzustellen führt Pinterest nun How-to-Pins ein – offenbar eine neue Art von Rich Pin. How-to Pins zeigen die einzelnen Schritte eines Tutorials in Bildern kompakt zusammengefasst unterhalb des eigentlichen Pin-Bildes. Klickt man darauf, öffnet sich die komplette Beschreibung einschließlich Zutatenliste – interaktiv innerhalb des Pins selbst, man braucht sich also nicht mehr auf die Seite durchzuklicken, sondern kann alle notwendigen Informationen direkt auf Pinterest abrufen.

[clickToTweet tweet=“#Pinterest mit neuem Rich Pin-Format für die #DIY-Szene via @mellepelle“ quote=“#Pinterest mit neuem Rich Pin-Format für die #DIY-Szene via @mellepelle“]

Die How-to Pins sind bereits für deutsche Publisher zugänglich – hier mal ein Beispiel von gofeminin. Um das neue Format zu nutzen, braucht es ein bißchen Code-Arbeit, bei Interesse kann man sich direkt an Pinterest wenden.

Bildquelle: Pinterest

Erfolgreich mit Pinterest 2016

Eine Neuigkeit in eigener Sache: Mit „Erfolgreich auf Pinterest“ ist nun die vollständig aktualisierte Fassung meines vor gut einem Jahr veröffentlichten Buches „Pinterest-Marketing für Unternehmen“ erhältlich. Das Buch gibt Ihnen einen umfassenden Überblick über die Einsatzmöglichkeiten von Pinterest und unterstützt Sie dabei, eine nachhaltige Pinterest-Strategie zu entwickeln.

Erfolgreich auf Pinterest-200

Der Titel und das Cover sind neu, die Inhalte aktualisiert und erweitert und für den extra Motivationsschub, die Tipps auch wirklich umzusetzen, gibt es drei Checklisten und eine Excel-Vorlage. Abgedeckt werden alle Themen, die für deutsche Pinterest-Nutzer mit Unternehmensaccount derzeit relevant sind:

  • Unternehmensprofil erstellen und erste Schritte auf Pinterest
  • Die besten Strategien für mehr Umsatz und Traffic auf Ihre Webseite
  • Pinterest als Verkaufskanal: Profitieren Sie von einer besonders kauffreudigen Zielgruppe und einer auf die Bedürfnisse von E-Commerce-Unternehmen ausgerichteten Produktstrategie (Buyable Pins, Werbe-Pins)
  • Inbound Marketing mit Pinterest: Bauen Sie mit hochwertigen Inhalten langfristige Kundenbeziehungen auf
  • Pinterest als Tool zur Marktanalyse: Erfahren Sie mehr über die Bedürfnisse und Wünsche Ihrer Kunden
  • Content Marketing mit Pinterest: Pinterest Analytics zur Optimierung Ihrer Content-Strategie und zur Identifikation von Influencern nutzbar machen
  • Überblick über externe Tools, die den Pinterest-Alltag erleichtern

Das Buch ist als eBook und als Print verfügbar. Wenn Sie erst einmal ein Probekapitel lesen möchten, können Sie das hier tun.

Neue Spielregeln für Gruppen-Pinnwände

Die Pinterest-Community ist aufgeschreckt: Pinterest hat seinen Algorithmus verändert und so die Spielregeln für Gruppen-Pinnwände angepasst. Bislang konnten Pinner durch die aktive Teilnahme an Gruppen-Pinnwänden ihre Reichweite deutlich erhöhen. Pinterest scheint dem nun einen Riegel vorzuschieben, da dies mitunter dazu genutzt wurde, Gruppen-Pinnwände zuzuspammen. Sie haben vermutlich auch schon öfter gesehen, dass auf Gruppen-Pinnwänden off-topic Pins gepostet wurden, die nichts mit dem eigentlichen Anliegen des Boards zu tun haben. Da Pinterest die User Experience positiv zu halten bemüht ist, wie immer wieder deutlich wird, verwundern die Algorithmus-Anpassungen nicht.

Wie genau der Algorithmus verändert wurde, ist nicht bekannt. Pinner berichten jedoch, dass der Einfluss von Pins auf Gruppen-Pinnwänden heruntergestuft wurde. D.h. wenn Ihre Strategie auf Gruppen-Pinnwänden einzig darin besteht, Ihren Content dort zu verbreiten, ohne sich anderweitig daran zu beteiligen, werden Ihre Pins in Zukunft wohl weniger sichtbar und damit weniger erfolgreich sein. Ein Mangel an Engagement wird also abgestraft!

Wichtiger ist offenbar das Pinnen auf eigenen Pinnwänden sowie die Interaktion mit anderen Pins und Pinnern. Gerade die Pin-Performance auf großen Gruppen-Boards ist demnach deutlich eingebrochen. Eigentlich schade, denn als Anlaufstelle für gut kuratierte Inhalte zu bestimmten Themen können diese sehr nützlich sein. Man selbst lebt ja doch immer in seiner eigenen Filterblase, so dass das gemeinsame Pinnen noch einmal ganz neue Inspirationen liefert. Insofern bleibt zu hoffen, dass Gruppen-Pinner sich von den veränderten Spielregeln nicht abschrecken lassen.

Tailwind mit neuen Features

Das für Pinterest-Nutzer sehr ergiebige Tool Tailwind rollt derzeit seinen Publisher 2.0 aus und beendet damit die Betaphase. Das Unternehmen hat die Backend-Architektur verbessert und punktet nun u.a. mit folgenden Verbesserungen und Neuerungen:

  • Pin Locking: Pins können fixiert werden, so dass sie an ihrem Platz in der Warteschleife verbleiben, wenn diese neu organisiert wird. Nützlich ist das vor allem für zeitlich fest geplante Inhalte, beispielsweise zu Feiertagen oder einer Produkt-Einführung.
  • Pins können jetzt ganz einfach per Drag und Drop in jedes beliebige Zeitfenster verschoben werden.
  • Das Erstellen, Schedulen und Bearbeiten von Pins läuft nun noch reibungsloser. Das mache sich vor allem bei Nutzern bemerkbar, die Hunderte von Pins in ihrer Warteschleife bevorraten.
  • Der Empfehlungsmechanismus wurde überarbeitet, so dass die Pin-Empfehlungen nun noch relevanter sind.

Darüber hinaus wird Tailwind noch diesen Monat eine iOS App launchen, die mobiles Pinnen ermöglicht. Auch die Unterstützung weiterer Plattformen ist in Planung, gestartet wird demnächst mit Instagram. Bis zum 15. April soll die Migration abgeschlossen sein.

Eine andere Pinterest-App, Piqora, wurde von Olapic übernommen und soll darin aufgehen. Olapic ist bislang primär auf Instagram fokussiert und wird so den Bereich Pinterest deutlich stärken.

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Dr. Melanie Grundmann

Dr. Melanie Grundmann

Inhaberin, Social Media Consultant at Marpha Consulting
Melanie Grundmann ist Inhaberin von Marpha Consulting und Autorin des Buches Erfolgreich auf Pinterest.
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