Tipps zur Pin-Gestaltung #Pinterest

Immer wieder taucht die Frage auf, wie ein Pin am Besten zu gestalten ist, um ein möglichst hohes Engagement zu triggern. Tatsächlich gibt es einige Best Practice-Beispiele und Regeln, die sich bewährt haben. Im offiziellen Pinterest-Kanal gibt es sogar ein Video zur optimalen Pin-Gestaltung – mit dem wunderbaren Namen „The Art of the Pin“, ein Blick lohnt sich!

The best performing pins have three things in common: They’re beautiful, interesting, and actionable.

1. Strategische Aspekte der Pin-Gestaltung

Gehen Sie Ihre Pin-Gestaltung strategisch an. Das erleichtert Ihnen langfristig das Erstellen von Pinterest-Grafiken und Sie sitzen nicht jedes Mal auf’s Neue vor Ihrem Grafikprogramm und überlegen, wie Sie den nächsten Pin denn nun gestalten. Ein paar grundlegende Strategien sind die folgenden:

  • Definieren Sie einige Pin-Formate, die Sie immer wieder nutzen und speichern Sie diese als Vorlage ab. Oder nutzen Sie Tools wie Canva oder Snappa, die bereits ein bewährtes Pin-Format liefern. Bilder, die länger als breit sind, funktionieren auf Pinterest am Besten, weil sie mehr Fläche im Feed einnehmen. Diverse Studien haben ergeben: Das Seitenverhältnis sollte 2:3 betragen und die Auflösung 1000 x 1500 Pixel.
  • Im Idealfall haben Sie für Ihre Marke einen so genannten Styleguide definiert, um Wiedererkennbarkeit zu gewährleisten. Das sollte mindestens Ihre Markenfarben und Schriftarten inkludieren. Speichern Sie diese in Ihren Pin-Vorlagen mit ab. Im Premiummodell von Canva (Canva Work) können Sie diese beispielsweise dauerhaft hinterlegen.
  • Erarbeiten Sie sich zudem eine Pin-Vorlage, die Sie immer wieder verwenden können. Das heißt, die wesentlichen Grafikelemente bleiben erhalten und Sie tauschen jedes Mal nur das Bild und den Text aus. Auch dies sorgt für einen Wiedererkennungseffekt und bringt überdies etwas mehr Struktur in Ihre Webseite.
  • Für eine gute Sichtbarkeit im Folge-Feed sollten Sie die wichtigsten Elemente Ihres Pins (grafische Elemente, Text Overlay, Logo, URL) im oberen Bereich mittig positionieren, da der untere Bereich von längeren Pins im Folge-Feed nicht sichtbar ist. 

 

2. Design-Aspekte eines guten Pins

Nachdem die Grundlagen nun gelegt sind, geht es zur Pin-Gestaltung. Hier gibt es diverse Optionen: Fotos, Collagen, Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Infografiken – vieles ist möglich. Denken Sie immer daran, dass Pinterest eine visuelle Plattform ist, auf der ein hoher Designstandard gilt. Ihre Bilder müssen also wirklich gut gestaltet sein. Wenn Sie dies nicht leisten können, holen Sie sich einen Experten. Grundsätzlich gilt, dass alle Bilder und Grafiken eine gute Auflösung vorweisen müssen, um auch in der Vergrößerung noch gut auszusehen. Auch Details sollten erkennbar sein, damit diese auch von der visuellen Suche erfasst werden können. Produkte sollten aus verschiedenen Perspektiven und im Gebrauchszusammenhang präsentiert werden. Erstellen Sie also ruhig mehrere Bilder pro Produkt, um Kunden eine gute Vorstellung davon zu geben, wie dieses einzusetzen ist. Denken Sie immer daran, dass Pinterest als Inspirationsquelle genutzt wird, wo Kaufreize erst nachgelagert gesetzt werden. Je breiter Sie die Nutzer ansprechen können, umso mehr Ansatzpunkte gibt es, um diese in Ihren Sales Funnel zu ziehen.

Mit der Einführung der visuellen Suchtechnologie setzt Pinterest nun stärker auf bilderkennende Verfahren. Somit werden nicht nur die textbasierten Metadaten ausgelesen (Beschreibung, Bildname), sondern auch die grafischen Elemente im Bild. Die für Sie wichtigen Elemente sollten also immer deutlich im Bild erkennbar sein. Bei Produkten ist das in der Regel kein Problem, bei informationellen Suchen schon eher. Wer auf Pinterest Content Marketing betreibt, sollte dies stets im Hintergrund behalten und einige Experimente wagen. Reiseveranstalter könnten sich das etwa zunutze machen und Bildelemente integrieren, die besonders stark nachgefragt sind:

Nutzen Sie die Suchfunktion von Pinterest zur Ideenfindung für Ihre Bildgestaltung

Es gibt einige Studien, die untersucht haben, welche Art von Pin am Besten funktioniert. Die Ergebnisse können Ihnen als Inspirationsquelle dienen:

  • Bilder ohne Gesicht werden 25 Prozent häufiger geteilt als solche mit. Verzichten Sie also mal auf Gesichter und schauen Sie, ob sich die Performance Ihrer Pins verbessert. Hintergrund: Ohne Gesicht stehen das Produkt im Vordergrund. Denken Sie daran: Pinterest ist eine Suchmaschine. Wenn Sie also eine Tasche verkaufen wollen, sollte diese auch das Bild dominieren. Das strahlende Lächeln einer schönen Frau würde nur von Ihrer Tasche ablenken.
  • Helle Bilder werden 20 Mal öfter geteilt als dunkle. Das ist einfache Psychologie: Dunkelheit zieht uns eher runter, wohingegen Helligkeit Freude, Wachsein und allgemein ein positives Gefühl vermittelt. Mit dunklen Bildern streuen Sie im Zweifel nur Skepsis, was im Sales Funnel eher nachteilig ist – also wählen Sie lieber den hellen Hintergrund. Gehen Sie aber auch hier strategisch vor: Geben Sie einmal die Suchanfrage ein, für die Ihr Pin erscheinen soll. Wenn alle Ihre Wettbewerber nur helle Pins aufweisen, können Sie mit einem dunklen Pin durchaus die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
  • Bunte Pins werden 3,25 Mal so häufig geteilt wie Bilder mit einer dominanten Farbe. Dies liegt vermutlich einfach daran, dass bunte Bilder weniger harmonisch und monoton wirken als ein einfarbiges. Die visuelle Störung weckt den Betrachter quasi auf. Aber auch hier gilt: Schauen Sie, was Ihre Wettbewerber machen. Womöglich bietet ein monochromes Bild einen Gegenpol in einem von bunten Farben dominierten Feed.
  • Bilder mit 50 Prozent Farbsättigung werden 10 Mal öfter geteilt als Bilder ohne Farbsättigung.
  • Bilder in der Farbkombination Rot / Orange / Braun werden doppelt so oft geteilt wie blaue Bilder. Auch hier würde ich empfehlen, das einfach mal auszutesten, wenn es Ihr Styleguide zulässt.
  • Bilder mit weniger als 10 Prozent Hintergrundfläche werden 2-4 Mal so oft geteilt wie Bilder mit 40 Prozent weißem Hintergrund. Eigentlich logisch: Je weniger Hintergrund verschenkt wird, umso mehr Bildfläche steht für Ihr Produkt zur Verfügung, das so dominanter wirken kann.
  • Bilder mit glatter Textur werden 17 Mal öfter geteilt als Bilder mit rauher Textur. Auch logisch, denn Pinterest wirkt oftmals wie die digitale Version eines glänzenden Lifestyle-Magazins, d.h. die glatte Textur macht schlichtweg einen edlen Eindruck.
  • Text Overlays führen ebenfalls zu mehr Interaktion. Das menschliche Gehirn entscheidet binnen Millisekunden, ob es auf einem Bild verbleibt. Mit einem Text Overlay bieten Sie Ihren Betrachtern Zusatzinformationen, die schnell erfassbar sind. Der Betrachter muss nicht erst überlegen, was er sieht und zieht seinen Blick im Zweifel weiter, sondern der Text sagt es ihm direkt. Damit wird ein zusätzlicher Klickreiz gesetzt, wenn der Pin der Betrachterin genau die Lösung zu liefern verspricht, die sie gerade sucht. 200 bis 300 Zeichen Text auf einem Pin gelten als optimal.

Wagen wir ein Experiment und gehen davon aus, dass wir einen Apfelkuchen backen möchten. Wir geben dies also in der Pinterest-Suche ein und erhalten folgendes Ergebnis:

Welches Rezept würden Sie als erstes anklicken? Bei mir wäre es „Apfelkuchen trifft Bienenstich“, das klingt nach einer interessanten Kombination oder „Omas Apfelkuchen mit Streusel“. In jedem Fall drängen sich die Pins mit Text Overlay deutlich stärker auf als die ohne, insbesondere jene mit Text auf dunklem Hintergrund. Die Pins, in denen einzig die Pin-Beschreibung auf das konkrete Rezept hinweist, geraten deutlich ins Hintertreffen. Was nun aber nicht heißen soll, dass die Pin-Beschreibung nicht wichtig ist. Und damit sind wir schon beim nächsten Punkt:

3. Text-Tipps für den perfekten Pin

Da Pinterest eine Suchmaschine ist, ist die Verschlagwortung von Pins wichtig, um von den Algorithmen erfasst zu werden. Das fängt schon beim Dateinamen an. Für gewöhnlich liefern Kameras wenig aussagekräftige Dateinamen wie DSC82921.jpg. Ändern Sie diese, so dass der Inhalt des Bildes verständlich wird, bevor Sie dieses auf Ihren Webserver hochladen. Das hilft Ihnen langfristig auch beim Verwalten Ihrer Media Assets und bei der Indexierung in Suchmaschinen aller Art. Setzen Sie alle Informationen in den Dateinamen, die Sie benötigen, um Ihre Bilder später identifizieren zu können. Dies sollte auf jeden Fall das Produkt bzw. Bildelement beinhalten, eventuell das Datum, Farben, die Pixelzahl oder weitere Merkmale wie etwa ‚Closeup‘. Trennen Sie die einzelnen Merkmale durch einen Binde- oder Unterstrich.

Wenn Sie Ihren Pin auf Ihre Webseite hochladen, sollten Sie eine Pin-Beschreibung definieren. Die Pin-Beschreibung lässt sich beim Pinnen noch einmal gezielt verändern. Sie können sich aber viel Arbeit sparen, wenn Sie diesen Text vorab festlegen. Dies hat den Vorteil, dass der von Ihnen definierte Text auch dann erscheint, wenn jemand von Ihrer Webseite aus pinnt. Das gibt Ihnen also mehr Kontrolle über das Erscheinungsbild Ihres Pins, denn die wenigsten Nutzer verändern die vorgegebene Pin-Beschreibung. Und was wäre Ihnen lieber, wenn Nutzer dies von Ihrer Webseite pinnen:

 

Bildquelle: https://www.geh-bunt.de/kleid-fiona-gruen.html

Oder dies?

Bildquelle: http://www.esprit.de/kleider

Was ist bei der Pin-Beschreibung zu beachten? Gefragt sind aussagekräftige Beschreibungen, die relevante Keywords sowie einen Call-to-Action enthalten. Pins mit einem CTA bringen 80 Prozent mehr Engagement! Da Pinterest eine Suchmaschine ist, gelten auch hier bestimmte SEO-Regeln. Um eine Betrachterin zum Klicken zu animieren, sollten Sie in Ihrer Pin-Beschreibung deutlich machen, was diese nach dem Klick auf Ihren Pin erwartet und so formulieren, dass sie unbedingt klicken will.

Zwar nicht das optimale Format, aber eine prima Pin-Beschreibung. Bildquelle: https://www.westwing.de/magazin/

Überlegen Sie also, über welche Suchanfrage ein Nutzer zu Ihrem Pin kommt und wie Sie diesem Ihren Inhalt besonders schmackhaft machen können, indem Sie eine Lösung für sein Problem anbieten. In semantischer Hinsicht ist es empfehlenswert, positive Begriffe zu verwenden, da diese nachweislich zu mehr Click-throughs führen. Sie sehen im Beispiel oben, wie dort statt einfach nur „Ice Pops“ die Bezeichnung „leckere Ice Pops“ verwendet wurde, die einem gleich das Wasser im Mund schmelzen lassen. Pinterest-Nutzer sind auf’s Machen ausgelegt, insofern funktionieren aktivierende Verben und motivierende Adjektive wie „einfach“, „schnell“ oder „günstig“ prima. Unter dem Aspekt Bildsprache funktionieren Schritt-für-Schritt-Anleitungen prima. Wenn ein Nutzer über Ihr Bild schnell erfassen kann, was er tun muss, um zu einem gewünschten Ergebnis zu kommen, ohne sich erst umständlich auf eine Webseite durchklicken zu müssen, haben Sie diesem einen Schritt erspart. Sie verlieren zwar auf den ersten Blick einen Klick, doch wenn der Nutzer Ihren Pin dafür für später speichert, ist es noch viel wahrscheinlicher, dass er Ihre Webseite später besucht. Die von DaWanda bereitgestellten Schritt-für-Schritt-Anleitungen werden beispielsweise 3 Mal öfter gemerkt als herkömmliche Pins. Studien zufolge haben Tutorials, How-tos und Anleitungen eine um 42 Prozent höhere Click-Through-Rate als herkömmliche Pins. Schaffen Sie also möglichst viel Relevanz mit Ihren Pins.

In Sachen SEO ist auch die hinterlegte URL zu berücksichtigen. Prüfen Sie Ihre Pin-URLs regelmäßig auf Gültigkeit, denn eine ungültige URL wird dazu führen, dass Ihr Pin nicht mehr richtig ausgespielt wird. Das Nutzererlebnis ist stark eingeschränkt, wenn statt der erhofften Seite ein Serverfehler erscheint. Da Pinterest ein positives Nutzererlebnis sehr hoch stellt, wirken sich ungültige URLs negativ auf Ihren Account aus.

Erfahren Sie mehr über SEO-Optimierung auf Pinterest

4. Rich Pins für mehr Engagement

Rich Pins bieten noch einmal viel mehr Kontext als herkömmliche Pins. Dazu werden Metadaten aus Ihrer Seite automatisch ausgelesen. Derzeit gibt es vier Arten von Rich Pins: Artikel, Produkte, Rezepte und Apps.

Produkt-Pins bieten Preisinformationen, Verfügbarkeit und Verkaufsquellen. Auf Rezept-Pins sind die Zutaten, die Zubereitungszeit und Portionsangaben integriert. Artikel Rich Pins verweisen auf den Autor, die Überschrift und einen Teaser-Text bzw. Ein Intro. Und über App Pins lassen sich Apps direkt herunterladen, allerdings nur iOS und nur in den USA verfügbar. Auch hier steht eine positive User Experience ganz oben, denn eine Nutzerin braucht sich nicht mehr auf die Seite durchzuklicken, um etwa den Preis eines Rocks zu erfahren und auch ein Rezept lässt sich direkt nachkochen, ohne zwingend auf die Anbieterseite wechseln zu müssen.

Um Rich Pins nutzen zu können, folgen Sie am Besten den Anweisungen auf der Pinterest-Seite. Falls Sie WordPress nutzen, können Sie auch entsprechende Plug-ins einsetzen.

Pins mit Preisangaben bekommen nachweislich 36 Prozent mehr Likes, wie eine Studie ergab. Allerdings wurde die Like-Funktion auf Pinterest abgeschafft. Ich würde davon ausgehen, dass sich ein erhöhtes Engagement von Rich Pins nun durch eine erhöhte Merken-Rate bemerkbar macht. In jedem Fall ist es ratsam, Rich Pins einzusetzen, wenn Sie Produkte verkaufen, Rezepte oder Apps anbieten oder ein Publisher sind, der regelmäßig Artikel veröffentlicht. Nachdem beispielsweise Maggi.de Rich Pins implementierte, stieg die Anzahl gemerkter Pins und Clickthroughs um das 10fache innerhalb eines Monats.

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Dr. Melanie Grundmann

Dr. Melanie Grundmann

Inhaberin, Social Media Consultant at Marpha Consulting
Melanie Grundmann ist Inhaberin von Marpha Consulting und Autorin des Buches Erfolgreich auf Pinterest.
Dr. Melanie Grundmann

3 thoughts on “Pinterest 1×1: Die optimale Pin-Gestaltung

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