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Organische Reichweite ist für Unternehmensseiten auf Facebook bekanntlich schwieriger zu erzielen als noch vor einigen Jahren. Dazu beispielhaft eine Grafik von Ignite Social Media:

Niedergang der organischen Reichweite auf Facebook

Bildquelle: Ignite Social Media

Der anhaltende Abwärtstrend ist offensichtlich. Dennoch ist es keinesfalls unmöglich, ein gutes Engagement und damit eine hohe organische Verbreitung der eigenen Inhalte zu erreichen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre organische Reichweite erhöhen können. Das soll Sie selbstverständlich nicht davon abhalten, Ihre Beiträge weiterhin zu promoten. Wie so oft, empfiehlt sich ein gesunder Mix und ein mutiges Ausprobieren neuer Strategien.

1. Zielgruppen-Optimierung organischer Beiträge

Facebook ermöglicht es, organische Beiträge auf bestimmte Zielgruppen einzuschränken. Da die Reichweite von organischen Beiträgen rapide gesunken ist, ist dies eine gute Möglichkeit, um das Engagement mit den eigenen Inhalten zu steigern. Ohne eine Zielgruppen-Einschränkung werden Beiträge an eine Auswahl Ihrer Follower ausgespielt, für die der Beitrag relevant sein mag oder nicht. Durch die Einschränkung können Sie als Seitenbetreiber nun eine solide Basis schaffen, damit Ihr Beitrag bei Followern ausgespielt wird, die sich tatsächlich dafür interessieren. Nehmen wir als Beispiel den Hinweis eines Händlers auf eine Präsenz auf einem Event in Hamburg. Der Beitrag lässt sich gezielt nur an Follower in Hamburg ausspielen. Für diese ist er natürlich relevanter als für Follower in München und somit steigt die Wahrscheinlichkeit für Likes, Klicks, Videoansichten und Shares. Mehr Engagement heißt wiederum mehr Reichweite. Probieren Sie es mal aus!

Um die Option zu nutzen, müssen Sie zunächst in den Einstellung unter ‚Allgemein‘ den Punkt ‚News Feed-Zielgruppe und Sichtbarkeit der Beiträge“ aktivieren.

Facebook: News Feed-Zielgruppe aktivieren

Anschließend können Sie beim Erstellen neuer Beiträge über das Globussymbol demografische Einschränkungen vornehmen.

The Lucky 7: So optimieren Sie Ihre Facebook-Unternehmensseite für mehr organische Reichweite

Im Tab „News Feed-Zielgruppe“ können Sie Interessen, Alter, Geschlecht, Standorte, Sprachen, Beziehungsstatus und Ausbildungsgrad kombinieren, um eine Zielgruppe zu definieren, die Ihren neuen Beitrag sehen soll. Interagiert jemand mit Ihrem Beitrag, so wird dieser auch den Freunden dieser Person angezeigt. Die Chancen auf eine Erhöhung der Reichweite steigen also.

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Alternativ wählen Sie den Tab „Einschränkungen der Zielgruppe“. Hier lassen sich die Aspekte Alter, Geschlecht, Standort und Sprache  kombinieren. Der Beitrag wird dann nur Personen angezeigt, die diesen Kriterien entsprechen. So können beispielsweise geschlechterspezifische Kampagnen geschaltet oder verschiedene regionale Märkte bedient werden.

[clickToTweet tweet=“Tipp für mehr organische Reichweite auf #Facebook: Zielgruppen-Einschränkung beim Posten“ quote=“Tipp für mehr organische Reichweite auf #Facebook: Zielgruppen-Einschränkung beim Posten“]

Auch nett: In den Statistiken wird Ihnen (ab einer bestimmten Reichweite) später aufgeschlüsselt, wie sich diese Reichweite auf die verschiedenen festgelegten Interessen verteilt (sofern Sie mehrere Interessen bei einem Post ausgewählt haben). Das hilft natürlich ungemein bei der weiteren strategischen Planung Ihrer Beiträge, um noch mehr Engagement rauszuholen.

2. Bevorzugte Seitenzielgruppe festlegen

In den Einstellungen zu Ihrer Facebook-Seite versteckt sich eine Funktion namens „Bevorzugte Seitenzielgruppe“. Hier können Sie Facebook sagen, welcher Art von Personen Ihre Seite angezeigt werden soll. Idealerweise haben Sie im Rahmen Ihrer Social Media Strategie bereits Buyer Personas angelegt. Deren demografische Informationen wie Alter, Geschlecht, Wohnort und Interessen können Sie nun hier hinterlegen, um eine möglichst interessierte Zielgruppe zu erreichen. Auch damit steigt Ihre Chance auf nachhaltiges Engagement, was sich letztlich auch auf Ihre organische Reichweite positiv auswirken sollte.

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Experimentieren Sie hier ruhig ein bißchen und legen Sie die Kriterien mal etwas enger oder etwas weiter an. Beobachten Sie einige Wochen, ob Sie einen Effekt bemerken.

3. Beitrag fixieren

Eine weitere Möglichkeit, um die organische Reichweite einzelner Beiträge zu erhöhen ist das Fixieren von Beiträgen in der Timeline. Dabei wird ein Beitrag dauerhaft an die oberste Position Ihres Feeds geheftet. So erzielt dieser natürlich eine größere Aufmerksamkeit bei Besuchern Ihres Profils, was nachweislich zu mehr Likes und Shares führt.

Um einen Beitrag zu pinnen, klicken Sie auf den Pfeil oben rechts im Beitragsfenster und wählen Sie gleich den ersten Punkt „Oben fixieren“. Ihr Beitrag wird an Ihr Profil geheftet und bleibt dort so lange, bis Sie ihn über die gleiche Methode wieder entfernen.

The Lucky 7: So optimieren Sie Ihre Facebook-Unternehmensseite für mehr organische Reichweite

Besonders sinnvoll ist diese Methode im Rahmen befristeter Kampagnen oder Events. Sie eignet sich aber auch, um sonstige Inhalte zu promoten. Auch hier gilt: Experimentieren und optimieren!

4. Content-Optimierung

Eine weitere Methode, um eine höhere organische Reichweite zu erzielen, ist die analytische. Letztlich ist es ganz einfach: Posten Sie für Ihre Zielgruppe relevanten Content. Mehr Relevanz sorgt in der Regel für mehr Engagement. Nun ist das leichter gesagt als getan. Um herauszufinden, welche Inhalte relevant sind, hilft nur eine regelmäßige Analyse und ein frohes Experimentieren. Kommt Ihre Zielgruppe nicht so recht in Schwung, ist es an der Zeit, mit den Formaten und Inhalten zu experimentieren. Gehen Sie dabei strategisch vor und posten Sie über einen definierten Zeitraum nur Bilder, dann Videos, dann Links. Wechseln Sie auch die Tonalität: von lustig, über inspiriert, zu ernst usw. Prüfen Sie auch verschiedene thematische Ausrichtungen. Bei unserem Beispiel der Kaffee-Kooperative könnte dies sein: Themen rund um Ruanda vs. Kaffee-Rezepte vs. Beiträge über Nachhaltigkeit vs. Vorstellung beliebter Cafés. Analysieren Sie, welche Ausrichtungen bei Ihrer Zielgruppe am Besten funktionieren. Gehen Sie im nächsten Schritt noch weiter und testen Sie Ihre Favoriten noch an eingegrenzten Zielgruppen (s. Punkt 1)! Wenn am Ende dabei herauskommt, dass etwa lustige Sprüche zum Thema Kaffee das meiste Engagement erzielen, prima: Nun haben Sie einen Content-Typ, den Sie regelmäßig einplanen können und der Ihnen langfristig Erfolg zu bescheren vermag.

Neben zielgruppenspezifischen Themen, kann es sich auch lohnen, allgemein relevante und branchenspezifische Themen aufzugreifen. Halten Sie in Ihrem Redaktionsplan fest, welche Ereignisse und Events relevant sind und orientieren sich an Trending Topics auf Twitter, Google und Co. Unter dem Stichwort „Newshacking“ wurde zuletzt eine Methode bekannt, die dazu anleitet, aktuelle Themen aufzugreifen und für die eigene Marke nutzbar zu machen. Denken Sie nur einmal an die Sixt-Werbung, die immer wieder aktuelle Geschehnisse in den eigenen Kontext einbettet.

Bildquelle: Wiwo.de

6. Promoten Sie Ihr Facebook-Profil

Bewerben Sie Ihr Facebook-Profil durchgängig auf allen Ihren Kommunikationskanälen? Weisen Sie konsequent auf Ihre Facebook-Präsenz hin, um Besucher Ihrer Webseite, Bestandskunden und Interessierte dazu zu animieren, Ihnen auf Facebook zu folgen und dort mit Ihrer Marke zu interagieren. Öffnen Sie Facebook beispielsweise als Servicekanal, um dort Anfragen zu beantworten. Eine konstant hohe Aktivität Ihres Profils signalisiert Facebook, dass dieses relevant ist, was sich auf Ihre organische Reichweite wiederum positiv auswirkt.

Kleiner Tipp dazu: Schauen Sie mal auf die Plug-in Seite von Facebook. Dort finden Sie viele Möglichkeiten, Facebook auf Ihrer Seite wirksam einzusetzen.

7. Analytics auswerten

Facebook bietet Seitenbetreibern interessante Einblicke in die demografischen Daten der Follower. Werten Sie diese aus und prüfen Sie zuerst, ob diese mit Ihren definierten Zielgruppen übereinstimmen. Ist dies nicht der Fall, so müssen Sie Ihre Facebook-Strategie optimieren. Zum einen wäre es notwendig (sofern das Engagement unter Ihren Erwartungen bleibt), die Inhalte an der tatsächlichen Zielgruppe auszurichten, um mehr Engagement zu produzieren. Zum anderen dürften sich Maßnahmen lohnen, um Ihre tatsächliche Zielgruppe gezielt anzusprechen.

Leider beschränken sich die demografischen Angaben von Facebook auf das Geschlecht, das Alter und den Wohnort der Follower. Um noch relevantere Informationen zu erhalten, lohnt sich ein eigens eingerichtetes Segment in Google Analytics.  John Grimshaw zeigt in einem faszinierenden Beitrag auf Digital Marketer, was sich da alles noch rausholen lässt.

Je mehr Sie über Ihre Follower wissen, umso leichter wird es Ihnen fallen, genau die richtigen Inhalte für Ihre Zielgruppe auszuwählen. Je relevanter diese sind, umso mehr Interaktionen werden Ihre Beiträge aufweisen und mit jedem dieser „social signals“ steigt Ihre Reichweite.

Nun sind Sie gefragt!

Welche Best Practices können Sie zum Thema organische Reichweite auf Facebook teilen?

Dr. Melanie Grundmann

Dr. Melanie Grundmann

Inhaberin, Social Media Consultant at Marpha Consulting
Melanie Grundmann ist Inhaberin von Marpha Consulting und Autorin des Buches Erfolgreich auf Pinterest.
Dr. Melanie Grundmann

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