Pinterest News

Luft nach oben: Pinterest-Nutzung in Deutschland

Die ARD/ZDF-Onlinestudie 2015 gibt wieder einmal einen interessanten Aufschluss über die Social Media-Gewohnheiten der Deutschen. Während WhatsApp und Facebook in der Beliebtheitsskala deutlich führen, kann Pinterest hierzulande bislang nur wenige Nutzer um sich scharen. Lediglich 3 Prozent der deutschsprachigen Onlinenutzer ab 14 Jahren nutzen die Plattform, davon 1 Prozent täglich, 1 Prozent mindestens einmal pro Woche und 1 Prozent seltener.

Damit liegt Pinterest hinter LinkedIn und Tumblr (je 4%) sowie Twitter (7%), Xing (8%) und Instagram (9%). Bei der Zahl der täglich aktiven Nutzer liegt Pinterest jedoch gleichauf mit LinkedIn, Twitter, Tumblr und Xing, kann also schon genauso viele User begeistern wie etabliertere Plattformen.

Besonders populär ist Pinterest in der Altersgruppe der 14-29-Jährigen: Hier kommt die Plattform auf 5 Prozent der Nutzer (das entspricht 32 Prozent der deutschen Pinterest-Nutzer), liegt damit aber weit abgeschlagen hinter Instagram (24%) und auch noch hinter Tumblr (8%). Die Gruppe der 30-49-Jährigen nutzt Pinterest sogar noch stärker und macht 47 Prozent der deutschsprachigen Nutzerschaft aus.

Vor Pinterest liegt in Deutschland damit noch viel Wachstumspotential – wir sind gespannt wie sich die Zahlen bei der Befragung im nächsten Jahr verändern werden.

Pinterest selbst verriet zuletzt die beliebtesten Suchanfragen deutscher Nutzer auf Pinterest. Unternehmen, die Pinterest gewinnbringend einsetzen möchte, setzen demzufolge derzeit am Besten auf folgende Trends und Themen: Basteln mit Kindern, Nähen, Faultiere, Thermomix-Rezepte, Filofax, Wintergarten, Brot backen, Rennräder, vegane Rezepte und Aquarell-Tattoos.

Pinterest optimiert Widgets für mehr Klicks

Die von Pinterest zur Verfügung gestellten Widgets für Pins, Pinnwände und das Profil sind hervorragend geeignet, um auf den eigenen Content aufmerksam zu machen und mehr Klicks zu erzielen. Bislang konnten Pins nur in einer Standardgröße von 237 Pixeln eingebettet werden. Das ist nun vorbei! Pinterest bietet das Pin Widget jetzt in drei unterschiedlichen Größen an:

  • S = 237 Pixel
  • M = 345 Pixel
  • L = 600 Pixel

Hintergrund: Größere Widgets führen zu mehr Klicks! Das bestätigen erste Test der Huffington Post, die ihre Click-Through-Rate so um das 8-fache erhöht habe.

Nutzerverhalten auf Pinterest: Alles dreht sich um Repins und Rezepte

Repins dominieren die sozialen Interaktionen auf Pinterest deutlich mit 93 Prozent. Das fand das Social Media Analytics-Unternehmen Quintly in einer aktuellen Studie heraus. Quintly untersuchte die Pinterest-Aktivitäten von 200 bekannten Marken, um herauszufinden, welche Art von Pins am häufigsten geteilt wird. Ergebnis: Rezept-Pins und Produkt-Pins sind am populärsten. Während Rezept-Pins im Durchschnitt 62 Mal repinned werden, bringen es Produkt-Pins immerhin noch auf 33 Repins und Artikel-Pins auf 29. Normale Pins erhalten dagegen durchschnittlich nur 28 Repins.

Re-Pins nach Pin-Arten, in %, Quelle: Quintly

Re-Pins nach Pin-Arten, in %, Quelle: Quintly

Wie populär Rezept-Pins sind, zeigt sich daran, dass diese nur 9 Prozent aller veröffentlichten Pins ausmachen, aber 35 Prozent aller Repins. 55 Prozent aller geposteten Pins sind hingegen normale Pins, die wiederum nur 16 Prozent der Repins ausmachen. Für den Pinterest-Erfolg ist der Einsatz von Rich Pins somit entscheidend, denn diese führen zu deutlich mehr Engagement als normale Pins wie die Studie zeigt.

[clickToTweet tweet=“Warum Rich Pins für den Erfolg auf #Pinterest entscheidend sind via @mellepelle“ quote=“Warum Rich Pins für den Erfolg auf #Pinterest entscheidend sind via @mellepelle“]

Wie Quintly ebenfalls herausfand, spielt das Liken auf Pinterest keine allzu große Rolle. Viel wichtiger ist das Teilen: Normale Pins erhalten im Durchschnitt 8 Mal mehr Repins als Likes. Eine noch geringere Rolle spielen Kommentare auf Pinterest.

Promoted Pins für alle

Werben auf Pinterest, das war bisher nur ausgewählten US-Unternehmen möglich – der Rest saß auf einer Warteliste. Nun gab das Unternehmen bekannt, dass Promoted Pins ab Januar 2016 allen US-Unternehmen zugänglich sein werden. Bei mittlerweile mehr als 1 Million monatlich aktiver Unternehmenskonten auf Pinterest weltweit dürften weitere Länder bald folgen.

[clickToTweet tweet=“Promoted Pins für alle #Pinterest #SocialAds via @mellepelle“ quote=“Promoted Pins für alle #Pinterest #SocialAds via @mellepelle“]

Promoted Pins sind in etwa vergleichbar mit beworbenen Beiträgen auf Facebook. Ähnlich wie Facebook bietet auch Pinterest Targeting-Optionen, beispielsweise nach Interessen oder Ort. Pinterest steht jedoch nicht nur in Konkurrenz zu sozialen Netzwerken, sondern durch die Berücksichtigung von Keywords auch zur klassischen Such-Werbung und damit zu Google. Unternehmen, die Promoted Pins bereits einsetzen, zeigen sich begeistert: Diese weisen doppelt so hohe Konversionsraten auf wie Google Shopping und Facebook zusammengenommen. Derartige Erfolge führen natürlich zu deutlich erhöhten Werbe-Investitionen in Promoted Pins. Klienten der Agentur 4C Insights beispielsweise haben diese seit Januar um das 7.7-fache erhöht.

Pinterest fokussiert im Werbebereich auf Einzelhandel und Konsumgüter

Wie das Wall Street Journal berichtet, beschränkt Pinterest seine Unterstützung im Werbebereich nun auf die Branchen Einzelhandel und Konsumgüter. Damit fokussiert das Unternehmen auf die Branchen, die für das Nutzerverhalten auf Pinterest am relevantesten sind. Im ersten Halbjahr 2015 investierten Unternehmen aus diesen Branchen 7,7 Mrd. US-Dollar in digitale Werbung. Das entspricht nach Angaben des Interactive Advertising Bureaus (IAB) 28 Prozent des Gesamtbudgets für digitale Werbung.

Unternehmen, die anderen Branchen angehören, können nach wie vor auf Pinterest werben. Pinterest steht diesen jedoch nicht mehr beratend zur Seite, vielmehr müssen diese ihre Werbeaktivitäten im Rahmen von Promoted Pins fortan eigenständig oder in Kooperation mit externen Werbetechnologie-Partnern realisieren. Nach den Gründen für diesen Schritt gefragt, verweist Tim Kendall, Head of Monetization bei Pinterest, auf die kleine Größe des Teams und dessen Anspruch, langfristig einen qualitativ hochwertigen Service zu liefern.

Werbeaktivitäten spielen mittlerweile eine große Rolle im Unternehmenserfolg: 85 Prozent der Einnahmen im 3. Quartal 2015 erfolgten über Kampagnen der fünf größten Werbetreibenden. Insgesamt haben sich die Unternehmenseinnahmen im Vergleich zum Vorjahr verfünffacht.

Wie außerdem bekannt wurde, bekommen Einzelhändler und Agenturen mit Werbe-Ausgaben im Millionenbereich zudem Zugriff auf Big Data von Pinterest, sprich der Aussagekraft der Nutzeraktivitäten von Pinterest. So lassen sich Trends für die kommenden Monate ableiten, welche die Unternehmen für ihre Produktplanung und Marketingzwecke nutzbar machen können.

Erhöhter Kaufanreiz bei Buyable Pins

Produkt-Pins boten sparsamen Pinnern ein praktisches Feature, das mit Einführung von Buyable Pins beendet wurde: die automatische Benachrichtigung per E-Mail oder Push-Nachricht, sobald ein gepinntes Produkt im Preis gesenkt wird. Nun ist das Feature wieder da und zwar bei den Buyable Pins selbst, was natürlich viel mehr Sinn macht, da Käufer somit im Ökosystem von Pinterest verharren, statt die Seite zu verlassen.

Pinterest Price Drop

Quelle: https://blog.pinterest.com/en/save-little-your-holiday-shopping

Nach Unternehmensaussagen gibt es auf Pinterest täglich rund 1 Million Buyable Pins mit Preissenkungen. Diese sind nach wie vor auch auf Produkt-Pins verzeichnet, lediglich die Benachrichtigungsfunktion bleibt Buyable Pins vorbehalten. Damit schafft Pinterest einen zusätzlichen Kaufanreiz bei den ohnehin schon überdurchschnittlich konsumfreudigen Nutzern.

Unternehmen profitieren von dem Benachrichtigungsservice, der ihre Produkte so einmal mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit einer höchst relevanten Zielgruppe rückt, die sich ohnehin schon für diese interessieren. Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Marketingkampagne genießen sie hier überdies den Bonus des Vertrauens, den Nutzer ihren Pinnwänden schenken.

Neue Technologien: Pinterest auf Shopping-Tour

Pinterest gab im Dezember zwei neue Akquisitionen bekannt, die das Technologie-Level des Unternehmens bereichern werden. Zum einen ist die visuelle Suchmaschine bestrebt, den Bereich der Monetarisierung über Shopping-Features zu stärken. Dazu wurde die Plattform (Web, App) The Hunt gekauft, auf der Nutzer Fotos von Produkten posten, die sie irgendwo gesehen haben und kaufen möchten. Die Community kann dann Tipps geben, wo dieses oder ein ähnliches Produkt zu haben ist. Da Pinterest sehr stark dazu genutzt wird, um Produkte zu finden und auch eine sehr hohe Kaufbereitschaft in der Nutzerschaft besteht, könnte die Technologie von The Hunt das Feature der Buyable Pins, aber auch die Empfehlungstechnologie des Unternehmens bereichern.

The Hunt

The Hunt

Mit Pext sichert sich Pinterest eine Technologie, die Bilder mit Texten verknüpft. Die App ermöglicht ein einfaches Erstellen von Memen, indem der eingegebene Text automatisch mit thematisch relevanten Bildern angereichert wird.

Unmittelbar sind nach Angaben von Pinterest keine neuen Features zu erwarten, es bleibt also spannend in welcher Form sich das Unternehmen die neuen Technologien zunutze machen wird.

Pinterest investiert in mobile Nutzung

Google wird ab Februar Traffic auf so genannte Accelerated Mobile Pages (AMP) lenken. Das Open Source-Projekt wird von führenden Unternehmen wie WordPress und Twitter unterstützt, die alle ein Interesse daran haben, dass Webseiten mobil schneller und weniger datenintensiv laden. Auch Pinterest unterstützt die Initiative, immerhin erfolgen 80 Prozent der Pinterest-Nutzung über mobile Endgeräte.

Das Unternehmen testet AMP-Seiten derzeit mit ausgewählten Partnern. Erste Erkenntnisse: AMP-Seiten laden vier Mal schneller als für Mobilgeräte optimierte Seiten. Darüberhinaus nehmen sie acht Mal weniger Daten in Anspruch. Darüberhinaus hat Pinterest eine AMP-Komponente entwickelt, die es ermöglicht Pin it-Buttons und Embedded Pins in AMP-Seiten zu integrieren. Damit dürfte die Nutzerzufriedenheit in punkto Bedienbarkeit zunächst gesichert sein.

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Trello unterstützt Pinterest

Welches Tool nutzen Sie, um Informationen und Projekte zu organisieren? Ich benutze gern Trello, das sich ganz wunderbar eignet, um Workflows zu managen. Trello folgt dabei im Großen und Ganzen dem Karteikartenprinzip, natürlich mit den üblichen Features wie Erinnerungen, Teamarbeit usw. Seit Kurzem unterstützt Trello auch Pinterest: Wenn Sie die URL eines Pins in ein Projekt ziehen, stellt Trello diesen sofort als solchen dar – sprich mit Bild, verlinkter URL und Beschreibung. Praktisch!

Pinterest-Unterstützung bei Trello

 

 

Dr. Melanie Grundmann

Dr. Melanie Grundmann

Inhaberin, Social Media Consultant at Marpha Consulting
Melanie Grundmann ist Inhaberin von Marpha Consulting und Autorin des Buches Erfolgreich auf Pinterest.
Dr. Melanie Grundmann
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