pinterest 2015 changes

Dieser Beitrag erschien zuerst in der Huffington Post.

Der vielgelobte Aufsteiger unter den Social Media-Plattformen, Pinterest, gab kürzlich bekannt, weltweit die 100 Millionen Marke an monatlichen Nutzern geknackt zu haben. Auch in Deutschland geht es mächtig voran: Seit etwas mehr als einem Jahr ist Pinterest hier offiziell mit einem Hauptstadtbüro vertreten.

Die Anzahl der Pinner hat sich seitdem verdreifacht und mehr als 300 Millionen Pins generiert.

Die populärsten Kategorien hierzulande sind Essen & Trinken (wir mögen vor allem Avocados und Zucchinis), Mode (Handtaschen, Schals und Jeans definieren unsere Outfit), Inneneinrichtung (grau und weiß erstrahlt in unseren vier Wänden), DIY (wir suchen besonders gern nach originellen Geschenkverpackungen) und Reisen (am liebsten zieht es uns in das Verzascatal in der Schweiz).

Ganz nebenbei hat Pinterest in diesem Jahr so einiges an Neuerungen in Bezug auf Features, die API, das Geschäftsmodell und Partnerschaften herausgebracht. Zeit genug also, diese einmal zusammenzufassen und zu schauen, wohin die Reise geht.

1. Verbesserte Suche

Pinterest ist ja eigentlich kein soziales Netzwerk, als das es oft wahrgenommen wird, sondern vielmehr eine visuelle Suchmaschine und ein Bookmarking-Tool. Insofern überrascht es nicht, dass an den Algorithmen beständig gefeilt wird. Immerhin gehen 46 Prozent der aktiven Pinterest-Nutzer schon direkt auf die Plattform, statt auf Google & Co. zurückzugreifen. Kein Wunder, ist die Qualität der Pinterest-Ergebnisse doch aufgrund der Kuratierung der Inhalte deutlich höher als auf herkömmlichen Suchmaschinen.

Im Juni gab Pinterest einige interessante Neuerungen der Suchfunktion bekannt, die das Auffinden relevanter Inhalte erleichtern sollen. So wurde das Layout vollkommen überarbeitet: Während die Suchergebnisse zuvor verschiedene Tabs für Treffer bezüglich Pins, Pinnern und Pinnwänden darstellten, werden nun relevante Ergebnisse in allen drei Bereichen untereinander gelistet. Das bedeutet weniger Klicks für den Nutzer und, wie Pinterest bekannt gab, auch mehr Erfolg bei der Suche: Seit der Änderung finden bereits doppelt so viele Nutzer Pinner und Pinnwände, denen sie folgen.

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Bildquelle: Pinterest Business Blog

Verifizierte Accounts waren bislang mit einem roten Häkchen versehen. Dies hat Pinterest nun revidiert und vergibt diese nur noch an Marken, Unternehmen und bekannte Personen. Zuvor war dies bei jedem Webseitenbetreiber und Blogger sichtbar, der seine Seite verifiziert hatte. Das ist ein deutliches Zeichen für die Verlagerung des Unternehmensfokus von Bloggern und Privatnutzern auf Unternehmen, die zukünftig mit Buyable Pins und Promoted Pins für Umsatz sorgen sollen.

Dass Pinterest aber auch die große Masse an begeisterten Nutzern weiterhin hegt und pflegt, zeigt sich an der dritten Neuerung in der Suchfunktion. Eine automatische Rechtschreibprüfung greift bei Tippfehlern ein und zeigt die vermutlich gesuchten Ergebnisse. Das erhöht die Qualität der Treffer und sorgt für mehr Zufriedenheit bei den Nutzern.

2. Visit / Make it / Read it Call-to-action Buttons für Rich Pins

Auch die Erscheinungsweise der Rich Pins wurde einem Redesign unterzogen. Da Pinterest in erster Linie genutzt wird, um zukünftige Aktivitäten zu planen und weil dies in besonderer Weise auf Rich Pins zutrifft (Rezepte will man kochen, Orte besuchen, Beiträge lesen, Filme sehen, Apps installieren und Produkte kaufen), weisen diese nun animierende Call-to-action-Buttons auf. Rezepte locken fortan mit „Make it“, Artikel mit „Read it“ und alle anderen mit „Visit“. Da Rich Pins insbesondere von Unternehmen eingesetzt werden, wird dieser zusätzliche Trigger gesetzt, um den Kaufanreiz zu steigern – auch das ein deutlicher Hinweis auf das Ziel einer zukünftigen Monetarisierung der Plattform. In Deutschland noch nicht verfügbar.

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Bildquelle: Pinterest Business Blog

3. Verbesserte Bookmarking-Funktion

Mehr als 75 Prozent der Pinterest-Besuche erfolgen über mobile Endgeräte. Da man nicht immer die Zeit hat, interessanten Links im Tagesverlauf zu folgen, erleichtert Pinterest mit dem neuen „Save links for later“-Feature nun das Bookmarken. Im mobilen Browser ist jetzt ein Pinterest-Button verfügbar, über den Artikel in wenigen Klicks auf Pinnwänden abgelegt werden können. Damit wird das Pinnen von unterwegs deutlich erleichtert.

4. Einführung von App Pins

Anfang des Jahres führte Pinterest eine sechste Kategorie von Rich Pins ein: App Pins ermöglichen es nun, iOS Apps herunterzuladen, ohne Pinterest verlassen zu müssen. App Pins können auch beworben werden, dafür will Pinterest noch ein Cost-per-action (CPA) Modell einführen. Bislang nur in den USA verfügbar.

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Bildquelle: Pinterest Blog

5. Einführung von Buyable Pins

Die Einführung von Buyable Pins ist vermutlich der größte Meilenstein für Pinterest in diesem Jahr. Über einen blauen Buy it-Button können Nutzer Produkte auf Pinterest nun direkt kaufen. Darüber hinaus können sie gezielt nach Produkten suchen, die Suchergebnisse nach Preisen filtern, sich Produkte in verschiedenen Farben anzeigen lassen und interessante Produkte vormerken.

Derzeit sind Buyable Pins nur einigen ausgewählten Händlern in den USA vorbehalten, darunter Nordstrom, Shopify und Macy’s, die jedoch bereits über 30 Millionen Produkte auf die Plattform bringen. Mit der Einführung des Buy it-Buttons wurden zugleich zwei neue Kategorien eingeführt: „Shop our Picks“ mit ausgewählten Produkten und „Shop“, mit einem Überblick über die neuesten Produkte. Wer sich für den Kauf eines Produkts entscheidet, kann per Kreditkarte oder mit Apple Pay bezahlen. Dabei wurde das Shopping-Erlebnis überaus einfach gestaltet: Nach Eingabe der Bezahldaten werden diese für Folgekäufe gespeichert. Damit ist der nächste Einkauf nur noch einen Klick entfernt. Interessant: Pinterest verdient an dem neuen Feature nichts und nimmt auch keine Provision für den Service.

Drei Monate nach der Einführung von Buyable Pins zeigt sich der Einzelhandel begeistert: Über 90 Prozent der Käufer, die über das neue Feature von Pinterest kommen, sind Neukunden. Viele Händler berichten darüber hinaus über einen deutlichen Anstieg der Verkäufe sowie der Anzahl der verkauften Produkte pro Kauf.

6. Neuerungen rund um Promoted Pins

Die Werbefunktion von Pinterest, Promoted Pins, bislang nur in den USA verfügbar, wurden im Mai um einige Neuerungen bereichert, die für bessere Werbe-Performances sorgen dürften.

Neue Werbeformate:Mit Cinematic Pins wagt sich Pinterest an laufende Bilder heran. Diese Pins funktionieren in etwa wie ein Daumenkino, was noch dadurch unterstrichen wird, dass sie vom Nutzer über das Scrollverhalten kontrolliert werden. Diese künstlerisch anmutenden Filmchen sorgen für deutlich mehr Aufmerksamkeit als ein herkömmliches Video.

Erweiterte Targeting-Möglichkeiten: Werbetreibende können ihre Zielgruppen nun auf Interessen, Zielgruppen und Lebensstadien zuschneiden. Wer bereits auf Facebook geworben hat, weiß wie hoch die Messlatte hier liegt.

Neues Kostenmodell: Neben CPM und CPC können Werbetreibende nun auch auf CPE (Cost per Engagement) setzen. Dabei werden Repins, Klicks und Close-ups von Pins gezählt, was sich besonders für Unternehmen eignet, die eine hohe Interaktion mit ihren Inhalten erzielen wollen.

Neue Dienstleistungen für Unternehmenskunden: Mit der Pin Factory bietet Pinterest Unternehmen nun einen Service, um diese bei der Erstellung von Pins zu unterstützen. Immerhin weiß Pinterest selbst am Besten, was erfolgreiche Pins ausmacht.
Darüber hinaus hat Pinterest ein Marketing Developer Program (MDP) gelauncht. Dies vereint eine Anzahl handverlesener Partnerfirmen, die eine professionelle Pin-Vermarktung anbieten sowie weitere Features wie Performance-Analysen und Account-Betreuung. Die Marketing Developer Partner für Werbung sind an die Pinterest Ads API angeschlossen und können so einen umfangreichen Service von der strategischen Planung über die Durchführung bis zur Auswertung und Optimierung von Kampagnen anbieten.

7. Marketing Development Partner Program für Inhalte

Auch für das reguläre Management von Unternehmens-Accounts hat Pinterest zuverlässige Partner ins Boot geholt. Diese haben Zugang zur Content Publishing API von Pinterest und können Unternehmen so bei der Suche nach Inhalten unterstützen, bei deren Verbreitung sowie der kontinuierlichen strategischen Optimierung der Accounts. Auch dies ist ein deutliches Zeichen für die zunehmend wichtige Rolle, die Unternehmen und Marken in der strategischen Geschäftsausrichtung spielen.

8. Pinterest API wird offengelegt

Im September hat Pinterest seine API frei zugänglich gemacht. Seit Mai 2015 haben Entwickler mehr als 5.000 Vorschläge eingereicht, darunter Apps für Rezeptvorschläge oder zur Reiseplanung. Eine Freigabe ist lediglich bei Veröffentlichung der Anwendung erforderlich. Zu den Projekten, die in den letzten Monaten über die API realisiert wurden, zählt die Anbindung an den Automation Service von If This Than That (IFTTT) sowie die Mode-Unternehmen Polyvore und Topshop. Polyvore verzeichnet seit der Integration 35% mehr Traffic von Pinterest und die Anzahl an Pins von der Seite hat sich verzehnfacht. Dieser Schritt dürfte für eine deutliche Steigerung der Reichweite und Nutzerzahlen sorgen.

Die zahlreichen bisherigen Neuerungen in diesem Jahr zeigen also, dass Pinterest deutlichen Kurs auf eine zukünftige Monetarisierung nimmt. Derzeit wird das Unternehmen, das zuletzt mit 11 Milliarden Dollar bewertet wurde, noch vollständig von Investoren finanziert.

Pinterest: Die wichtigsten Änderungen 2015 | www.marpha-consulting.de

Dr. Melanie Grundmann

Dr. Melanie Grundmann

Inhaberin, Social Media Consultant at Marpha Consulting
Melanie Grundmann ist Inhaberin von Marpha Consulting und Autorin des Buches Erfolgreich auf Pinterest.
Dr. Melanie Grundmann
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