Untersuchung: Deutsche Unternehmen auf Pinterest - Marpha Consulting

Deutsche Unternehmen auf Pinterest

Die visuelle Suchmaschine und Discovery-Plattform Pinterest wird auch bei deutschen Unternehmen immer beliebter. Valide Zahlen zur Nutzung und zum Erfolg der Unternehmensauftritte auf dem heimischen Markt sind derzeit noch nicht existent. Wie Jan Honsel, Deutschland-Chef von Pinterest, kürzlich auf einer Konferenz verriet, werden erste Case Studies deutscher Firmen demnächst auf Pinterest veröffentlicht. Wenngleich die Plattform nachweislich einen hohen Referral-Traffic und lohnenswerte Umsatzsteigerungen generiert, haben deutsche Unternehmen im Vergleich zu ihren amerikanischen Kollegen noch deutliche Nachteile auf der Plattform: Promoted Pins (Werbung) und Buyable Pins (Kaufen mit einem Klick) sind hier noch nicht verfügbar. Immerhin können E-Commerce-Anbieter und Publisher bereits von den so genannten Rich Pins profitieren. Das sind mit Metadaten angereicherte Pins, die z.B. einen Alert aussenden, wenn ein Produkt im Preis gesenkt wird.

Es gibt für Unternehmen, die im Web tätig sind, keinen Grund nicht auf Pinterest aktiv zu werden. Rund 95 Prozent der Pins stammen von professionellen Content-Produzenten, d.h. es gibt für Sie als Unternehmen oder Marke eine große Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Inhalte geteilt werden. Darüber hinaus bleibt Ihr Content auf Pinterest aktuell, da dieser immer wieder verbreitet wird und nicht binnen kurzer Zeit in einem Newsfeed verschwindet. Pinterest ist nämlich kein soziales Netzwerk, als das es immer wieder bezeichnet wird, sondern vielmehr eine visuelle Suchmaschine und ein Bookmarking-Tool mit sozialen Komponenten. D.h. wenn jemand beispielsweise nach einer Bluse sucht, die Sie anbieten, können Sie potentiell weit oben in den Suchergebnissen erscheinen, auch wenn der entsprechende Pin schon älter ist. Dabei gibt es bei der Aktivität auf Pinterest einiges zu beachten: von den richtigen Keywords und optimierten Pin-Beschreibungen (eine Art Pinterest-SEO), über die beste Bildsprache bis hin zu den optimalen Zeiten, einen Pin auszusenden. Angesichts des großen Potentials von Pinterest für Unternehmen blicken wir auf die Auftritte einiger deutscher Unternehmen, die bereits auf der Plattform aktiv sind, um die relevantesten Do’s und Don’ts herauszuarbeiten.

I Datengrundlage

Untersucht wurden die Pinterest-Auftritte von 23 Unternehmen aus den Bereichen Mode, Wohnen, Essen, Baumarkt, Männer, NGO, Kosmetik und Medien. Untersuchungszeitraum war der Juni 2015, wobei die Ergebnisse nur eine Stichprobe darstellen und nicht als repräsentativ gelten können.

Die Unternehmen haben im Durchschnitt 28 Pinnwände, wobei die Spanne von 7 bis zu 77 Pinnwänden reicht.

Deutsche Unternehmen auf Pinterest: Anzahl an Pinnwänden

Die durchschnittliche Anzahl an Pins liegt bei 2.436, mit einer Spanne von 123 bis zu 12.717.

Deutsche Unternehmen auf Pinterest: Anzahl an Pins

Die mit Abstand meisten Pins finden sich bei Fablife (12.717), Westwing (11.655), Stylefruits (9.445) und Dawanda Germany (7.933). Westwing kuratiert fast ausschließlich fremden Content, was nicht verwundert, da die Produkte immer nur temporär angeboten werden und es keine bleibenden Landing Pages gibt. Erst seit Kurzem gibt es mit Westwing Now dauerhafte Artikel. Das Shopping-Portal positioniert sich vielmehr und sehr gekonnt als Ideengeber rund um den Markenkern Home & Living. Die inspirierende Funktion von Pinterest wird hier ideal ausgeschöpft. Auch die Online-Plattform Fablife, die Lifestyle-Produkte für Männer kuratiert, folgt dieser Strategie. Fablife-Gründer Philipp Engelmann berichtet, dass Pinterest für das Unternehmen die ideale Plattform darstellt, nicht nur aufgrund des enormen organischen Wachstums, den Fablife seit Beginn seiner Pinterest-Aktivitäten verzeichnet, sondern auch angesichts der überdurchschnittlichen Konversionsrate von über Pinterest akquirierten Nutzern:

Pinterest ist für uns als owned Marketing Channel der wichtigste. Dort können wir unsere Nutzer genau dort abholen, wo wir sie haben möchten. Nämlich auf der Suche nach Inspiration und den schönen Dingen des Lebens.

Bei Dawanda wird im Gegensatz dazu kaum kuratiert, sondern der enorme Fundus an Content auf der Plattform auf verschiedenen Pinnwänden präsentiert. Viele Pins verlinken direkt zum Shop, dabei setzt Dawanda als eines von wenigen Unternehmen auf Rich Pins, so dass die Preisangaben direkt angezeigt werden – ein deutlicher Mehrwert für die Betrachter mit hohem Buyer Intent.

Dawanda Produkt Rich Pin
DaWanda, der Online-Marktplatz für Selbstgemachtes und Unikate

Bei der Interaktion mit anderen Inhalten auf Pinterest zeigt sich eine deutliche Spannbreite von 0 bis zu 2.916 „Gefällt mir“-Markierungen. Während einige Marken kaum mit den Pins anderer Pinner interagieren, bringen Brands wie Westwing, WWF, Obi und Nivea ihre Begeisterung für andere Pins regelmäßig zum Ausdruck.

Deutsche Unternehmen auf Pinterest: Gefällt mir-Angaben

Die Anzahl der Follower liegt im Schnitt bei 35.707, mit einer Schwankung zwischen 52 und 477.662. Dabei überrascht vor allem das Frauenportal Wunderweib der Bauer Media Group mit nahezu einer halben Million Followern. Über die nächstgelegene Hürde von 100.00 Followern schaffen es lediglich Dawanda und Fablife. Bisher gelingt es also nur wenigen Unternehmen, eine große Anzahl von Pinnern zu begeistern – was jedoch in erster Linie daran liegen dürfte, dass Pinterest hierzulande noch nicht allzu bekannt ist. Fablifes hohe Followerzahl erklärt sich in erster Linie dadurch, dass das Profil primär in englischer Sprache gepflegt wird und damit auch über den deutschen Sprachraum hinaus ein hohes Engagement produziert.

Deutsche Unternehmen auf Pinterest: Follower

Die Unternehmen selbst folgen im Schnitt 377 Pinnern, mit einer Varianz von 0 bis zu 1.482. Hier sinken die followerstarken Marken ins Mittelfeld ab, wohingegen Hometrend, Nivea, Knorr, HRS und Audible stärker auf Interaktion setzen.

Deutsche Unternehmen auf Pinterest: Folgen
Im Folgenden blicken wir auf die verschiedenen Strategien, die Unternehmen auf Pinterest verfolgen können.

II Pinterest-Strategien

Bei der Auswertung der Pinterest-Aktivitäten von Unternehmen dominieren vier Strategien:

  1. Pinterest als Produktkatalog
  2. Pinterest als Portfolio
  3. Pinterest als Plattform zur Ideengebung und Inspiration
  4. Pinterest als Archiv

1. Pinterest als Produktkatalog

Da Pinterest insbesondere von E-Commerce-Unternehmen hoch geschätzt wird und angesichts der kaufkräftigen Nutzerschaft und eines auf Kaufprozesse ausgerichteten Nutzerverhaltens ein großes Potential entfaltet, das sich mit der kürzlichen Einführung des Buy It-Buttons noch verstärken wird, überrascht es nicht, dass viele Unternehmen ihren Pinterest-Auftritt als eine Art Produktkatalog mit (idealerweise) Anbindung an ihr Shopsystem anlegen.

Während die meisten hier untersuchten Unternehmen von dieser Möglichkeit Gebrauch machen und ihre Produkte dabei nach verschiedenen Kategorien oder Themen sortieren, setzen doch die wenigsten Unternehmen ganz auf diese Strategie. Ist dies doch der Fall, so kann das schnell langweilig wirken, zumindest wenn ein Unternehmen Dinge des täglichen Bedarfs anbietet. Ein Unternehmen wie Not On The High Street dagegen, das diese Strategie ebenfalls verfolgt und ausschließlich eigene Inhalte pinnt, kann dennoch davon profitieren, da die vorgestellten Produkte außergewöhnlich sind und stilvoll präsentiert werden.

Die meisten Unternehmen sind jedoch gut beraten, ihre eigenen Inhalte durch eine Erweiterung um markenrelevante, fremde Inhalte zu erweitern – was denn auch die Mehrzahl der untersuchten Unternehmen tut. Eine derartige Durchmischung der Pinnwände mit eigenen und kuratierten Inhalten bietet Abwechslung und präsentiert Ideen und Inspirationen, die über die eigene Marke hinausreichen, aber doch im Markenumfeld verbleiben. Auffällig war bei der Auswertung einzig Dawanda, die den eigenen Content streng von den kuratierten Inhalten trennen, die auf eine eigene Pinnwand ausgegliedert sind. Dies funktioniert in diesem Fall gut, weil Dawanda eine Unmenge an eigenen Content hat, der durch die Kooperation mit verschiedensten Produzenten sehr divers ist. Da Dawanda in erster Linie Selbstgemachtes und Selbstzumachendes vermittelt, sind die eigenen Boards nahezu durchgängig dem DIY-Thema zuzuordnen. Die kuratierten Inhalte lagern dann folgerichtig auf der Pinnwand „Inspiration für DIY“, womit deutlich wird, dass Pinterest für das Unternehmen eine ideale Plattform zur Verbreitung seiner Inhalte darstellt.

2. Pinterest als Portfolio

Unternehmen, die keine physischen Produkte verkaufen, sondern vielmehr Dienstleistungen, können Pinterest als Portfolio nutzen. Ein gutes Beispiel liefert hier der Malerfachbetrieb Heyse, der seine Expertise auf verschiedenen Pinnwänden kundtut.

Pinterest als Portfolio: Malerfachbetrieb Heyse

Die Portfolio-Strategie empfiehlt sich für Dienstleister jeder Art und lässt sich ebenfalls bestens mit kuratierendem Content verbinden, um weitere Möglichkeiten aufzuzeigen, die über die bislang gestalteten Projekte hinausreichen. So lässt sich das eigene Angebot quasi überhöhen und potentielle Kunden erhalten weitaus mehr Anknüpfungspunkte als dies ein reines Portfolio abgeschlossener Projekte bieten kann.

Wie Dienstleister #Pinterest als Portfolio-Plattform nutzen könnenClick To Tweet

3. Pinterest als Plattform zur Ideengebung und Inspiration

Viele Unternehmen, die Pinterest als Produktkatalog oder Portfolio nutzen, setzen die Plattform auch zur Ideengebung und Inspiration ein. Es gibt jedoch auch Fälle, wo weder eine Dienstleistung angeboten wird, noch selbständig Produkte verkauft werden. In diesem Fall bietet sich Pinterest als Inspirationsfläche an, auf der eine Markenwelt aufgebaut werden kann, um Brand Building zu betreiben. Diese Strategie wählt beispielsweise die Lifestyle-Plattform Fablife, die mit außergewöhnlichen Pins auf sich aufmerksam macht. Auch die Shopping-Plattform Westwing folgt weitgehend dieser Strategie, wobei hier, wie erwähnt, seit Kurzem aufgrund einer Erweiterung des Angebots um ein festes Sortiment (Westwing Now) auch von Pinterest als Produktkatalog Gebrauch gemacht wird.

4. Pinterest als Archiv

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Pinterest als Archiv zu nutzen, um Kollektionen, Ereignisse oder auch die Unternehmensgeschichte abzuspeichern. Auf Produktebene ergibt sich so die Möglichkeit, nicht länger verfügbare Posten abzubilden und damit zugleich nachhaltig Besucher auf die eigene Seite zu lenken – vorausgesetzt die Landing Pages sind entsprechend angepasst (dazu später mehr). Über Pinterest Analytics lässt sich zudem auswerten, welche dieser Posten besonders beliebt waren (oder sind), was wertvolle Erkenntnisse für die zukünftige Produktentwicklung liefern kann.

III Do’s & Don’ts: Pinterest Best Practices

1. Impressum datenschutzkonform einbinden

Seit einigen Wochen bietet Pinterest Unternehmen die Möglichkeit, in ihrem Profil ein Impressum datenschutzkonform einzubinden. Da dieses neue Feature jedoch nicht offiziell angekündigt wurde, machen bislang nur 13 Prozent der untersuchten Unternehmen davon Gebrauch. Wir empfehlen Unternehmen grundsätzlich, diese Option zu nutzen. Wir haben bereits an anderer Stelle gezeigt, wie sie Ihr Impressum in nur 2 Schritten auf Pinterest eintragen.

2. Pinnwände bestmöglich gestalten

Stellen Sie einen Markenbezug her

Platte Werbung funktioniert auf Pinterest nicht, weil die Nutzer auf der Suche nach Ideen und Inspiration sind. Werfen Sie einmal einen Blick in die Richtlinien für Promoted Pins und Sie werden feststellen, dass Pinterest weder Preisinformationen noch Call-to-actions oder Sonderangebote zulässt. Der Fokus liegt also selbst in punkto Werbung auf visuell qualitativ hochwertigen Bildern, die eher unbewusst Bedürfnisse wecken als deutlich zu propagieren.

Für die Gestaltung Ihrer Pinnwände heißt dies: Entwickeln Sie kreative Pinnwand-Ideen, die ein qualitativ hochwertiges Markenbild erzeugen. Wenn Sie beispielsweise Ihre Produkte präsentieren, orientieren Sie sich am Suchverhalten der Pinterest-Nutzer oder setzen Sie auf das Besondere. Ritter Sport präsentiert seine Produkte beispielsweise auf Pinnwänden wie „Sommersorten“, „Frühlingssorten“, „Bio-Sorten“ und diversen Sondersorten sowie Special Editions. Dies zeigt auf ansprechende Art die Kreativität in der Produktentwicklung.

pinterest-rittersport

Mit Ort Rich Pins lassen sich zudem Pinnwände in Form von Landkarten anlegen, die einen guten Blick auf die Aktivitäten eines Unternehmens geben. Ritter Sport nutzt dies beispielsweise, um Pop-up Stores, das Museum Ritter und Ritter Sport-Installationen zu markieren.

Ritter Sport Landkarte Pinnwand

Abgesehen von solchen unternehmensfixierten Pinnwänden sollten Sie auch solche erstellen, die den Charakter Ihrer Marke widerspiegeln. Dies gelingt Nivea außerordentlich gut. Hier drehen sich alle Pinnwände um Wellness, Familie und Glück – mit einer Mischung aus eigenen und kuratierten Pins. Auffällig ist, dass die Pinnwände deutlich in der Markenfarbe blau gestaltet sind und das nicht nur auf der Pinnwand „Blue Style“. Auf dieser pinnt Nivea diverse Kleidungsstücke und Ensembles in blau, was nur in der Farbgebung noch etwas mit der Marke zu tun hat. Mit der sehr gut kuratierten Auswahl von Styles richtet sich Nivea perfekt auf die Bedürfnisse der Pinterest-NutzerInnen aus, um relevante Reichweiten zu erzielen, denn der Bereich Mode zählt zu den Top Performern auf der Plattform.

  • Nivea Pinnwand Blue Style

Andere Unternehmen setzen stärker auf den DIY-Aspekt, der unter Pinnern ebenfalls eine große Rolle spielt, beispielsweise die Baumarktkette OBI mit den Pinnwänden „OBI Aufbewahrungs-Tipps“ oder „OBI Upcycling“ mit einer ebenfalls sehr gut kuratierten Auswahl an Pins. Auf der Pinnwand „Farbwelten“ gibt OBI wiederum Inspiration für die Raumgestaltung. Die Pins sind hier ebenfalls kuratiert, nichtsdestotrotz gelingt es dem Unternehmen so, sich im Kopf der Rezipienten für das nächste DIY-Projekt im Haushalt als erste Anlaufstelle zu positionieren – immerhin lässt sich in jedem OBI-Markt der individuelle Farbwunsch zusammenstellen. Die Ideengebung auf Pinterest läuft für Unternehmen also auf eine langfristige Kundenbeziehung hinaus, die nicht zwingend mit einem unmittelbaren Kauf endet, sondern den gesamten Weg der Customer Journey umspannt.

Pinterest für Unternehmen bedeutet die Pflege einer langfristigen KundenbeziehungClick To Tweet

Weitere Best Practices für die Pinnwandgestaltung mit Markenbezug sind die Unternehmensauftritte von Burda Style, wo sich alle Pinnwände ums Häkeln & Stricken im weitesten Sinn drehen: „Ordnen und organisieren“ gibt mit kuratierten Pins tolle Inspirationen zur Gestaltung der eigenen Nähecke, thematisch ausgerichtete Pinnwände wie „Hochzeit“ oder „Dirndl/Tracht“ liefern Schnittmuster und Artikel, während Pinnwände wie „Stoffe“ und „Spitze“ bestimmte Materialen in den Vordergrund stellen. Beim WWF dreht sich dagegen alles um Tiere und Naturschutz, während das Hotelbuchungsportal HRS aufzeigt, wie vielfältig die Hotellandschaft aussieht: Hier gibt es Pinnwände zu „Beach Hotels“, „Golf Hotels“, „Design Hotels“, „Filmhotels“ und „Luxury Hotels“. Für welche Inhalte Sie sich auch entscheiden, wählen Sie in jedem Fall ästhetisch ansprechende und qualitativ hochwertige Bilder aus, damit Ihre Pins und Repins auch Beachtung finden.

Rücken Sie Ihr Unternehmen ins beste Licht

Pinterest bietet insbesondere mit Blick auf die Archiv-Strategie gute Möglichkeiten, das eigene Unternehmen in Hinblick auf seine Geschichte, Standorte und Aktivitäten zu porträtieren. Ritter Sport betreibt auf der Pinnwand „Unsere Firmengeschichte“ ein interessantes Storytelling in chronologischer Abfolge. Leider führen die Pins nicht zu der jeweils in der Unternehmensgeschichte markierten Story, etwa im Blog oder einem ausführlicheren Porträt auf der Webseite, sondern nur zu den Bilddateien. Hier wird das Potential verspielt, die Betrachter auf die eigene Webseite zu lenken und dort in Kunden zu konvertieren. Den gleichen Fehler begeht das Versandhandelsunternehmen Otto auf der Pinnwand „History“, auf der alle vergangenen Katalogcover hinterlegt sind. Das gibt zwar in der Gesamtschau einen interessanten Überblick über die Entwicklung von Modetrends, lässt aber keine weitere Interaktion mit der Marke zu. Besser agiert da Burda Style mit der Pinnwand „Coverbilder & Sonderhefte“, deren Pins auf den hauseigenen Shop verlinken, wo die entsprechenden Ausgaben gekauft werden können.

Unternehmen können auf Pinterest natürlich auch aktuelle Events dokumentieren, wie die Pinnwand „Alles rund um Weltbild“ zeigt. Hier finden sich Blicke hinter die Kulissen z.B. auf der Frankfurter Buchmesse, Fotoshootings oder auch Gewinner von Gewinnspielen. Die Pinnwand „40 Jahre KNORR Fix“ illustriert noch einmal schön die Archivfunktion von Pinterest, während „Knorr Nachhaltigkeit“ eher auf den Zeitgeist ausgerichtet ist. Die Porzellanmanufaktur Kahla zeigt sich bereits mit der Pinnwand-Bezeichnung „KAHLA – We love what we do“ deutlich emotionaler und fügt sich so perfekt in das Pinterest-Universum ein. Auf dem Board berichtet das Unternehmen über Preisverleihungen, Werksverkäufe, Messen, Projekte und Interviews – leider nur in Form von Foto-Uploads. Hier wäre eine Verlinkung zur eigenen Webseite bzw. zum (nicht vorhandenen) Blog sinnvoll, wo die jeweiligen Events ausführlich beleuchtet werden. Durch eine fehlende Verlinkung verlieren Sie den Nutzer schnell, da Sie sich der Möglichkeit berauben, ihn auf die eigene Webseite zu lenken und dort eine intensivere Kundenbeziehung aufzubauen.

Ein Best Practice für den Bereich Unternehmenskommunikation bietet der Malerfachbetrieb Heyse. Der Inhaber ist im Bereich Social Media äußerst aktiv und quasi Evangelist für Social Media im Handwerk. Entsprechend widmen sich viele Pinnwände seinem Engagement und dokumentieren Interviews, Vorträge oder Beiträge im Blog. Eine prima Idee sind auch die Pinnwände mit Kundenstimmen sowie die Mitarbeitervorstellung per Youtube-Videos. So ergibt sich ein rundes und authentisches Bild des Unternehmens, wenngleich hier die visuelle Qualität der Pins nicht immer mit dem hohen Pinterest-Standard deckungsgleich ist.

Auch die Kampagnendokumentation erfreut sich bei Unternehmen auf Pinterest großer Beliebtheit. Wichtig ist hier jedoch, ausführliche Informationen zur Kampagne im Rahmen der Pinnwand-Beschreibung anzugeben, so dass auch lange Zeit nach Kampagnen-Ende deutlich wird, worum es auf der Pinnwand geht. Die Baumarkt-Kette Hornbach dokumentiert so beispielweise ihre „Schnell gegen Hässlich“-Aktion sowie eine weitere zum „Hornbach Hammer“, die sich Uneingeweihten aber aufgrund einer recht dürftigen Beschreibung kaum erschließt. Dass die Pins nur auf die allgemeine Homepage verweisen statt auf eine dezidierte Landing Page, macht die Aufschlüsselung nicht einfacher. Sehr gutes Storytelling betreibt Hornbach wiederum auf der Pinnwand „Projekt Studiobau“, auf der dokumentiert wird, wie sich eine Band mit Unterstützung von Hornbach ein Studio baut. Weitere Best Cases in diesem Bereich liefert der WWF mit seinen Pinnwänden zu den Kampagnen „#iamnature“, „Rettet die Bonobos“, „WWF Earth Hour“ oder „Wildlife Crime Campaign“ mit Links zu Blogbeiträgen, Artikeln, Youtube-Videos etc.

Unternehmen nutzen Pinterest auch dazu, einzelne Produkte oder Produktlinien auf eigenen Pinnwänden vorzustellen. Hier überzeugt Nivea mit dem Board „Satin Sensation“, das in erster Linie Moods und Emotionen zum Produkt evoziert. Leider bleibt hier die Chance ungenutzt, den Produkt-Pin mit der korrespondierenden Landing Page zu verlinken, was es interessierten Pinnern erschwert, mehr Informationen einzuholen. Kahla pinnt dagegen auf den Pinnwänden zu den diversen Kollektionen direkt von der eigenen Webseite und ermöglicht so eine potentiell gewinnbringende Fortsetzung der Customer Journey.

Nutzen Sie saisonale Trends

Pinterest ist eine visuelle Suchmaschine, d.h. dass wiederkehrende Ereignisse regelmäßig nachgefragt werden. Insofern kann es sich für Unternehmen lohnen entsprechende Pinnwände anzulegen. So steigen beispielsweise ab September die Suchanfragen nach Halloween – Unternehmen, die entsprechende Pinnwände angelegt haben, können somit jedes Jahr aufs Neue auch mit alten Inhalten in den Suchergebnissen auftauchen. Dies zeigt deutlich, dass Pins auch nach Monaten und Jahren noch relevant sein können.

Von den untersuchten Unternehmen haben viele Pinnwände entsprechend der Jahreszeiten angelegt. OBI macht sich mit der Pinnwand „OBI Gartenideen“ die Gartensaison nutzbar, wohingegen Burda Style auf die steigende Nachfrage nach Kostümen zum „Fasching“ setzt. Einzelhändler, besonders im Bereich Mode, setzen überdies gern auf Lebensereignisse wie Hochzeiten. Lifestyle-Marken widmen sich mitunter aktuellen Trends wie etwa NOTHS auf Pinnwänden wie „Trends: Beton“. Zu beachten ist bei saisonalen Boards, dass diese, sobald sie wieder aktuell werden, weit vorn im Profil positioniert werden. Dies geht über ein einfaches Drag & Drop und sorgt dafür, dass Profilbesucher diese aktuell relevanten Themenwände sofort sehen und im Idealfall damit interagieren.

#Pinterest Best Practice: Saisonal relevante Pinnwände weit oben im Profil positionierenClick To Tweet

Mehr Reichweite durch Gruppen-Pinnwände

Nutzen Sie Gruppen-Pinnwände! Diese bieten Ihnen die Chance, Ihr Unternehmen Menschen nahe zu bringen, die Ihnen noch nicht folgen. Pinnen Sie aktiv mit, um sich als Ideengeber und Content-Experte in Ihrer Nische zu positionieren. Natürlich können Sie auch selbst Gruppen-Pinnwände erstellen und andere Pinner zum Mitpinnen einladen. In diesem Fall bauen Sie Ihre Community weiter aus und profitieren überdies von zusätzlichen Inhalten, die auf diesen Boards geteilt werden – denn jede Gruppen-Pinnwand, an der Sie teilnehmen, erscheint auf Ihrem Profil. Gruppen-Pinnwände steigern Ihre Bekanntheit, da jeder neue Pin im Netzwerk des Pinners verbreitet wird, was Ihrer Marke zusätzliche Reichweiten beschert.

Weniger als die Hälfte der untersuchten Unternehmen (47,8%) nimmt an Gruppen-Pinnwänden teil oder hat welche erstellt. OBI pflegt beispielsweise die Gruppen-Pinnwand „DIY Ideen für Heim & Garten“ und pinnt auch selbst auf Gruppen-Pinnwänden mit, wie etwa auf „DIY Ideas & Inspiration“. Gruppen-Pinnwände haben in der Regel eine überdurchschnittliche hohe Anzahl an Pins und Followern, was schnell für mehr Viralität sorgen kann. Die Gruppen-Pinnwand „Eure Lieblingsprojekte“ vom WWF beispielsweise stellt den Community-Gedanken deutlich in den Vordergrund, denn hier können Nutzer auf Projekte hinweisen, denen sie Aufmerksamkeit bieten möchten. Der letzte Pin ist hier allerdings mehr als zwei Jahre alt. In diesem Fall wäre anzuraten, zur Teilnahme am Board auf der eigenen Webseite oder im Newsletter aufzurufen, eine Strategie, die beispielsweise Knorr mit Erfolg anwendet:

“Wir haben mit unseren Gruppen-Pinnwänden bisher nur positive Erfahrungen gemacht,”

so Kerstin Wiener, Brand Building Knorr / Digital.

Tipp: Pinterest bietet Unternehmen die Möglichkeit, ausgewählte Pins oder Pinnwände per Widget einzubinden – ein perfektes Tool, um die Aufmerksamkeit auf Ihre Gruppen-Pinnwände zu lenken.

Dawanda zeigt schließlich, dass Gruppen-Pinnwände auch exklusiv genutzt werden können. Dabei folgen Sie dem Prinzip ‘Gastblogger’, wenn etwa Bloggerin Nina von pinspiration.de exklusiv auf dem Gruppen-Board „Pinspiration für DaWanda: Baby & Kind“ mitpinnen darf.

Influencer Marketing auf #Pinterest mit exklusiven Gruppen-PinnwändenClick To Tweet

Inspirieren Sie Ihre Betrachter!

Pinterest wird sehr stark als Ideengeber und zur Inspiration genutzt, weshalb auf der Plattform insbesondere DIY-Themen, Rezepte, Einrichtungs- und Stylingtipps so gefragt sind. Dementsprechend sind Unternehmen gut beraten, entsprechende Pinnwände (freilich mit Markenbezug) zu erstellen, denn dies erhöht die Chancen auf ein hohes Engagement, wovon die Sichtbarkeit der eigenen Marke wiederum profitiert.

Bei den untersuchten Unternehmen finden sich zahlreiche Best Practices. So überzeugt die Baumarktkette Hornbach mit der Pinnwand „Garten gestalten“ mit tollen Ideen sowie Links zu Themenseiten mit beispielsweise hilfreichen Tutorials. Besonders positiv fallen hier die Pin-Beschreibungen auf, die bewusst in Hinblick auf Ideengebung formuliert sind.

Hornbach Pinterest: Pin aus der Pinnwand "Garten gestalten"

 

Auch die Pinnwände „Tapeten“ und „Wohnwelten“ wirken sehr inspirierend. Hier werden aktuelle Trends aufgegriffen und Tipps gegeben, zu welchen Räumen, Wohntrends und Stilen welche Produkte passen. Damit orientiert sich Hornbach stark am typischen Nutzungsverhalten auf Pinterest, nämlich der Informationssuche vor einem Kauf. Pinterest empfiehlt Unternehmen grundsätzlich, Produkte in Gebrauchssituationen vorzustellen, um dem Anspruch auf Inspiration bestmöglich nachzukommen. Ein Best Practice-Beispiel dafür ist die Pinnwand „Raumgestaltung mit Wandfarben“, die gute Vorstellungen davon gibt, wie bestimmte Farben in möblierten Räumen wirken. Sehr nutzwertig sind auch hier die Pin-Beschreibungen, die beispielsweise darüber informieren, welche Farben miteinander harmonieren.

Auch Westwing überzeugt mit einer großen Anzahl von Pinnwänden rund um die Gestaltung der eigenen vier Wände. Das Shopping-Portal geht dabei sehr in die Nische und widmet sich Wohntrends wie „Bohemian Chic“, „White Living“, „Gold“ oder „Retro“, was perfekt zur Marke passt, die abseits vom Mainstream Produkte von bekannten Designern und Insiderlabels kostengünstig anbietet. Westwing überzeugt mit wirklichen kreativen Ideen: Statt beispielsweise einfach nur eine Pinnwand zum Thema Weihnachten anzulegen, gibt es hier gleich mehrere zu den Themen „Weihnachtsgebäck“, „Geschenke verpacken“, „Weihnachtsgeschenke“, „Winter ,Adventskalender“ und „Tafeln zu Weihnachten“. Eine derartige Nischenstrategie lässt sich nur empfehlen, da die Trefferquote bei allgemeinen Suchen in der Regel so hoch ist, dass es schwierig wird, weit oben zu rangieren. Stellen Sie sich also lieber thematisch enger auf und decken Sie innerhalb Ihrer Nische eher mehr als weniger Themen ab. Eine umfangreiche Keyword-Recherche sollte darum am Anfang jeder Pinterest-Strategie (wie überhaupt jeder Social Media-Strategie) stehen, um potentiell relevante Themen aufzudecken.

Nivea zeigt auf der Pinnwand „Charming Places“, wie sehr es sich lohnen kann, um die Ecke zu denken, wenn es um die Wahrnehmung und Präsentation der eigenen Marke geht. Die Pinnwand-Beschreibung lautet: „NIVEA takes care of you and your skin – wherever you are. In this board we show you the most charming spots in Europe and the whole world. Enjoy!“ Schöne (Urlaubs-)Orte haben erstmal nichts mit Nivea zu tun, doch durch den Brückenschlag über die verlässliche Pflege, die die Marke bietet, wo auch immer man sich aufhält, lässt sich ein emotionales Storytelling betreiben, das im Rezipienten stärker wirkt als jeder plumpe Werbespot.

Auch Dawanda richtet sich perfekt auf das Pinterest-Publikum aus, indem das „DIY“-Board auf Position 1 gesetzt wird. Daneben gibt es nutzwertige Pinnwände wie „Geschenke für unter 50€“ oder „Geschenke für ihn“, die die Kaufentscheidung in bestimmten Situationen deutlich erleichtern können. Auch die Porzellanmanufaktur Kahla fällt mit der Pinnwand „Table Setting | Tisch Dekoration“ positiv auf. Das Besondere hier: Kuratierte Inhalte von Webseiten und Blogs, die Kahla-Produkte gekonnt in Szene setzen, zeigen, wie beliebt die Marke ist. Daneben präsentiert das Unternehmen Nutzwertiges wie Anleitungen zum Serviettenfalten oder Infografiken darüber, wie man den Tisch zu bestimmten Anlässen stilgerecht deckt.

Das Versandhandelsunternehmen Otto überzeugt hingegen auf der Pinnwand „Friday 5“ mit Outfitcollagen. Collagen bieten eine gute Möglichkeit, die eigenen Pins abwechslungsreich zu gestalten und sich von anderen Pins abzusetzen. Weitere Inspiration bietet Otto mit der Pinnwand „Kombikünstler“, auf der ein Kleidungsstück in mehreren Looks präsentiert wird. Ein Perfect Match von Anbieter und Plattform findet sich schließlich bei Burda Style. Viele Pinnwände sind mit Schnittmuster-Pins befüllt, was die große DIY- und Fashion-Community auf Pinterest besonders gut anspricht. Durch die Verlinkung zum eigenen Shop ergibt sich so ein großes Umsatzpotential für die Zeitschrift.

Denken Sie um die Ecke!

Abgesehen von Pinnwänden mit direktem Unternehmens- oder Markenbezug, saisonalen Trends und Gruppen-Pinnwänden empfiehlt es sich für Unternehmen, weitere Boards zu erstellen, die auf Pinterest zugeschnitten sind und den Charakter der eigenen Marke widerspiegeln. Seien Sie kreativ und überlegen Sie, wie Sie Ihre Marke Pinnern auf möglichst inspirierende Art und Weise nahe bringen können. Derartige Pinnwände werden in den meisten Fällen mit kuratierten Inhalten gefüllt, da es sich um eine kreative Erweiterung des Markenkerns speziell für Pinterest handelt.
Ein Best Practice-Beispiel liefert Ritter Sport mit der Pinnwand „Schokorezepte“. Dort finden sich neben allerlei Schokoladenrezepten auch viele Rezepte mit Ritter Sport-Schokolade als Zutat. Das ist nicht nur eine ausgezeichnete Zuspitzung unter den üblichen Schokoladen-Pinnwänden, sondern auch eine perfektes, unaufdringliches Branding. Ganz ohne Branding, aber mit sehr hohem Ästhetik- und Genussfaktor punktet daneben die Pinnwand „Schokolade und Kunst“ – womit sich Ritter Sport zugleich als anspruchsvolle Marke inszeniert.

Andere Unternehmen machen sich hingegen besondere Ereignisse zunutze, wie etwa Otto mit der Pinnwand „Skyfall – James Bond Style“ anlässlich des Erscheinens des Kinofilms oder mit dem Einsatz der Pinterest-API im Rahmen einer aktuellen Kampagne – übrigens der deutschlandweit erste Pinterest-API Use Case. Mit einem entsprechend großen Produktportfolio lassen sich so Pinnwände rund um bestimmte, derzeit angesagte Themen erstellen, die wiederum auf die eigene Seite verweisen. Der WWF überzeugt hier mit der Pinnwand „WWF Facebook Chronik“. Die Pins sind zwar schon drei Jahre alt und führen ins Leere, doch die Idee, anlässlich der damals neuen Facebook-Chronik vom WWF designte Titelbilder bereit zu stellen, ist überaus kreativ und verbindet die beiden Plattformen gut miteinander.

Ein weiteres Best Practice stellt Westwing dar, das mit seinen 80 Pinnwänden in Sachen Inspiration für das eigene Zuhause mitunter ganz weit ausholt und dennoch immer am Markenkern bleibt. Besonders auffällig ist hier die Pinnwand „#floorcore“, die außergewöhnliche Fußbodengestaltungen dokumentiert und den Betrachter völlig in seinen Bann zieht. So etabliert sich das Unternehmen glaubwürdig als Experte in Sachen Home Décor, denn der Shopping Club beweist, dass er nicht nur jeden Tag aufs Neue schöne Produkte aufspürt und seinen Kunden anbietet, sondern eben auch auf Pinterest die tollsten Einrichtungsideen aus den Tiefen des World Wide Web zusammenstellt.

Nivea zeigt auf der Pinnwand „Heartbeat“ auf ansprechende Art und Weise, dass man auch in Herzklopfsituationen mit Nivea-Deos gut geschützt bleibt. Die gut kuratierten Bilder zeigen Situationen, in denen man für ein wirksames Deo dankbar ist, das natürlich von Nivea ist, wie die dazwischengeschalteten Produktpins, die sich gut und unaufdringlich ins Ensemble einreihen, suggerieren.

Das Hotelportal HRS beweist mit der Pinnwand „The HRS top 10 of the most popular Wellnesshotels“ schließlich, dass auch Top 10 Listen wunderbar auf Pinterest funktionieren.

Mehr Erfolg mit Rich Pins

Rich Pins sind automatisch mit Metadaten angereicherte Pins. Um diese einzusetzen, ist etwas Code-Arbeit nötig, doch es lohnt sich! Case Studies aus den USA zeigen, dass Unternehmen, die Rich Pins einsetzen, deutliche Traffic- und Umsatzsteigerungen verzeichnen. Derzeit bietet Pinterest sechs verschiedene Arten von Rich Pins an:

  1. Produkt-Pins mit Preisangaben und E-Mail-Info, sobald das Produkt im Preis sinkt
  2. Ort-Pins mit Adress- und Kontaktinformationen sowie Kartenübersicht
  3. Artikel-Pins mit Informationen zum Autor und Kurzsynopsis
  4. Film-Pins mit Bewertungen
  5. Rezept-Pins mit Zutatenliste
  6. App-Pins zum direkten Download

Bei den untersuchten Unternehmen werden Rich Pins vereinzelt eingesetzt. Das Hotelportal HRS nutzt beispielsweise Ort-Pins, um Hotels auf diversen Pinnwänden zu markieren. Gerade im Tourismus-Bereich bieten sich Ort-Pins an, um Nutzern schnell Kontaktinformationen bereitzustellen. Pinnwände, die Ort-Pins enthalten, zeigen eine Karte im Hintergrund und sind im Profil durch ein Standort-Symbol markiert. Pinterest setzt dabei auf eine Anbindung an die Foursquare-API. Ort-Pins eignen sich sehr gut, um auf gemeinsamen Pinnwänden lokale Tipps und Reiserouten auszutauschen, wie die Gruppen-Pinnwand „Hamburg, die Perle an der Elbe“ zeigt.

HRS Ort Rich Pin

Rezept-Pins erfreuen sich bei den auf Pinterest sehr aktiven Foodbloggern großer Beliebtheit und werden auch von Knorr genutzt. Wer ein Rezept nachkochen möchte, braucht Pinterest im Prinzip gar nicht mehr zu verlassen, sondern bekommt hier einen schnellen Überblick über die Zutaten, die Zubereitungsdauer und die Anzahl an Portionen. Wie uns Kerstin Wiener, Brand Building Knorr / Digital, im Interview verriet, hat sich die Performance der Pins seit der Umstellung auf Rich Pins verbessert.

Knorr Rezept Rich Pin

Im E-Commerce-Bereich spielen wiederum Produkt-Pins eine wichtige Rolle. Diese werden beispielsweise von Dawanda eingesetzt. Damit steht das Unternehmen unter den untersuchten, im E-Commerce tätigen Firmen jedoch weitgehend allein da. Hier bleibt bei deutschen Unternehmen noch viel Pinterest-Potential ungenutzt.

Pflegen Sie Ihre Inhalte!

Pinterest-Tutorials predigen immer wieder: Um auf Pinterest erfolgreich zu sein, müssen Sie pinnen, pinnen, pinnen. Warum? Je mehr Sie pinnen, umso öfter tauchen Ihre Pins in den Feeds Ihres Publikums auf und umso höher stehen Ihre Chancen für Engagement, Webseiten-Besuche und Umsätze. Ein absolutes No Go sind ungepflegte Pinnwände, die wie in unserer Untersuchung zwei bis drei Jahre nicht mehr aktualisiert wurden. Das erweckt schnell den Eindruck eines verwaisten Profils und verspielt Potential. Denn, wenn Sie sich schon einmal die Mühe gemacht haben, eine Pinnwand einzurichten, warum dann aufhören? Dies gilt besonders dann, wenn die thematische Ausrichtung anhaltend relevant ist. Unternehmen machen hier mitunter den Fehler, ausschließlich von der eigenen Webseite zu pinnen und die Pinnwand verwaisen zu lassen, sobald sich der eigene Content erschöpft hat. Setzen Sie in diesem Fall auf kuratierte Inhalte, Sie werden im Internet vermutlich noch zahlreiche Beiträge finden, die Ihr Thema ergänzen können. Davon profitiert nicht nur Ihr Profil, das so immer wieder in den Aufmerksamkeitszyklus einfließt, sondern auch Ihre Pinnwand-Betrachter und -Abonnenten, die weiterhin mit aktuellen Informationen und/oder Inspirationen versorgt werden. Pflegen Sie also vor allem die Pinnwände, denen viele Betrachter folgen, um Ihr Publikum, das ja bereits Interesse an Ihren Inhalten hat, bei der Stange zu halten und nicht zu verlieren.

Ganz problematisch sind Pinnwände, die beispielsweise „Täglich neue Lieblingsteile und Must-Haves für euren und unseren Kleiderschrank“ versprechen, dann aber nur eine Handvoll Pins aufweisen und seit Wochen oder Jahren nicht mehr aktualisiert wurden. Wenn Sie ein solches Versprechen mit Ihrem Content-Team nicht einlösen können, lassen Sie es lieber. Zu empfehlen wäre außerdem, solche verwaisten Pinnwände weit unten ins Profil zu schieben, statt sie prominent auf den ersten Rängen zu platzieren.

Schwierig sind auch Pinnwände zu saisonal wiederkehrenden Events wie Sylvester, die auf ein bestimmtes Jahr gemünzt sind, z.B. „Silvester 2014“. Entscheiden Sie sich in diesem Fall lieber allgemein für „Silvester“, denn wenn ein veraltetes Datum auf den Suchergebnissen auftaucht, wird kaum jemand darauf klicken.

3. Pimp your Pinterest Profile

Erwartungen wecken in der Profilbeschreibung

Besuchern Ihres Pinterest-Profils fällt zunächst Ihre Profilbeschreibung ins Auge. Nutzen Sie diese werbewirksame Fläche nicht nur, um über Ihr Unternehmen zu informieren, sondern lassen Sie Ihre Betrachter auch wissen, was Sie von Ihnen auf Pinterest erwarten können. Vergessen Sie nie, dass Pinner Ideen und Inspirationen suchen, sondern zielen Sie genau darauf ab. Zu den Best Practices in unserer Untersuchung zählt die Baumarktkette OBI, die sich selbst außen vor lässt und ganz auf den Service an die Community abzielt:

„Die schönsten DIY-Ideen aus dem Netz für Heim, Garten und besondere Anlässe“.

Das weckt die Erwartung an gut kuratierte Inhalte und ein inspirierendes Board-Erlebnis, die auch tatsächlich eingehalten wird. Vermeiden Sie es, einfach nur Ihren Markenclaim abzubilden – das bietet wenig Anreiz zum Stöbern. Orientieren Sie sich stattdessen lieber an dem, was auf Pinterest funktioniert, wie bei Wunderweib und Maler Heyse gesehen:

„Wunderweib ist wunderbar weiblich! Bei uns findet ihr die neuesten Mode und Beauty-Trends, tolle DIY-Themen – einfach alles, was das Leben schöner macht!“

„Exklusiver Showroom und Fotopinnwand für frische Ideen, neue Räume, faszinierende Fassaden und mehr. Schau’ Dich um und fühl’ Dich wohl“

Tipps für wirksame Pinnwand-Beschreibungen

Ausführliche Pinnwand-Beschreibungen sind ein absolutes Muss. Unsere Untersuchung zeigt, dass viele Unternehmen gerade hier nachlässig sind. Teilweise fehlen die Pinnwand-Beschreibungen ganz, teilweise gibt es eine bunte Mischung aus vorhandenen und fehlenden Pinnwand-Beschreibungen. Zugegeben, Pinterest macht es leicht, diesen Aspekt zu übersehen, denn beim Anlegen einer neuen Pinnwand während des Repinnens gibt es keine Möglichkeit, eine Beschreibung hinzuzufügen. Das müssen Sie dann nachträglich tun oder neue Pinnwände direkt im Profil erstellen. Dies erklärt dann womöglich auch, warum gerade markeneigene Pinnwände oft eine Beschreibung aufweisen, die Pinnwände mit kuratierten Inhalten dagegen eher nicht. Letztere erstellt man oft, während man auf der Plattform aktiv ist und einen inspirierenden Pin sieht, während die markeneigenen Pinnwände meist am Anfang der Pinterest-Strategie stehen und im Rahmen der Profilerstellung angelegt werden. Werfen Sie also regelmäßig einen Blick auf Ihre Pinnwände, um zu überprüfen, dass diese mit relevanten Beschreibungen versehen sind. Sie profitieren davon in den Suchergebnissen und sollten somit wichtige Keywords verwenden, um entsprechend zu ranken.

Tipp: Nutzen Sie die Tailwind App. Diese macht Sie automatisch auf fehlende Pinnwand-Beschreibungen und Katgorien-Angaben aufmerksam.

Potential verspielt: Pinnwand-Beschreibungen auf #Pinterest werden stark vernachlässigtClick To Tweet

Auffällig war im Rahmen unserer Untersuchung, dass insbesondere Pinnwände zu bestimmten Marketing-Aktionen oder Hashtag-Kampagnen eine aussagekräftige Beschreibung benötigen, die auch Wochen und Jahre nach der Aktion nachvollziehbar macht, worum es auf dieser Pinnwand geht. Nutzen Sie den Platz, um klarzumachen, welchen Nutzen Ihre Produkte oder Aktionen vermitteln. Verzichten Sie nicht auf die Möglichkeit, Ihre Marke in ein gutes Licht zu setzen. Hornbach zeigt auf der Pinnwand „Herzblut“ beispielsweise, dass der Platz auch gut für ein emotionales Storytelling genutzt werden kann.

Hornbach Herzblut Pinnwand-Beschreibung

Die folgenden Pins werden so in einen Kontext gesetzt, ohne den sich der Sinn der Zusammenstellung der Bilder kaum oder nur schwer erschließen würde. Hier wird deutlich, dass die Pinnwand-Beschreibungen Ihre Pins zusammenführen. Stellen Sie hier also das Gemeinsame und Verbindende heraus.

Wenn Sie Gruppen-Pinnwände erstellen, nutzen Sie die Pinnwand-Beschreibung, um interessierte Gast-Pinner wissen zu lassen, worum es geht und wie Sie daran teilnehmen können.

Nutzen Sie die Pinnwand-Beschreibung, um tiefer ins Detail zu gehen, als Ihnen der Pinnwand-Titel erlaubt. Gerade bei (tendenziell eher nicht zu empfehlenden) allgemeinen Titeln wie “Die schönsten Modelle“ wäre eine Beschreibung der Pinnwand zwingend notwendig: Handelt es sich dabei um die beliebtesten, die meist gekauften oder redaktionell ausgewählte Modelle? Westwing zeigt: Eine Pinnwand-Beschreibung muss nicht zwingend lang und ausführlich sein, sondern den Inhalt auf den Punkt bringen.

Westwing Pinnwand Prächtige Farben



Exklusive Sales bei Westwing

Jetzt anmelden & 15 EUR Gutschein sichern.

Westwing gelingt es überdies, Inspiration und Marketing gekonnt zu verbinden: Auf der Pinnwand „Frühlingserwachen“ etwa wird dazu angeregt, die Wohnung neu zu gestalten. Die Inhalte auf der Pinnwand sind zwar kuratiert, doch raten Sie mal, wo ein Pinner, der sich davon angesprochen fühlt, zuerst nach neuen Produkten stöbern wird?

Verfassen Sie inspirierende Pin-Beschreibungen

Nutzen Sie den verfügbaren Platz Ihrer Pin-Beschreibungen, um Ihren Betrachtern eine Vorstellung davon zu geben, worum es in dem Pin geht oder wie das Produkt genutzt werden kann. Auch hier dreht sich alles um Inspiration und Ideengebung. Vermeiden Sie es (wie es manchmal zu beobachten ist), alle Pins auf einer Pinnwand mit derselben Beschreibung zu versehen – das ermüdet den Betrachter schnell und bietet kaum Anreiz zu weiterer Interaktion.

Wenn Sie Inhalte von Ihrer Seite aus pinnen, achten Sie auf die ALT-Tags Ihrer Bilder. Diese werden von Pinterest automatisch ausgelesen und als Pin-Beschreibung gesetzt. Sie können sich viel Arbeit sparen, wenn Sie beim Hochladen von Bildern auf Ihre Webseite bereits an Pinterest denken. Wählen Sie aussagekräftige Beschreibungen, setzen Sie Ihre relevanten Keywords ein und berücksichtigen Sie die speziellen Erwartungen Ihrer Pinterest-Community (Nutzwertigkeit statt Sale).

Weltbild Pinnwand "Schule"

Trauen Sie sich ruhig, die Pin-Beschreibungen bei Repins an Ihre persönlichen Markenbotschaft anzupassen. Es gibt einen Grund, warum Sie gerade diesen Pin repinnen, lassen Sie Ihre Betrachter wissen, welcher das ist.

  • OBI Pin-Beschreibung DIY
    OBI Pin-Beschreibungen für die Pinnwand "Selbstgemacht" - Nützliche Kommentare zu kuratiertem Content

Konsistenz in der Ansprache

Über die Ansprache in den sozialen Medien ist schon viel diskutiert wurden. Du oder Sie, Deutsch oder Englisch. Für was auch immer Sie sich entscheiden, bleiben Sie dabei. Bei den untersuchten Unternehmen gab es eine Unzahl von Fällen, in denen innerhalb eines Profils, sogar auf einzelnen Pinnwänden, zwischen Du und Sie sowie zwischen deutscher und englischer Ansprache munter hin- und hergewechselt wird. Das verwirrt den Betrachter und wirkt nur mäßig professionell. Falls Sie mehrere Mitarbeiter haben, die Ihren Pinterest-Account betreuen, schreiben Sie Ihre Social Media Guidelines nieder und halten Sie darin auch die Form der Ansprache fest, die auf den einzelnen Kanälen gültig sein soll.

Von englischer Sprache raten wir deutschen Unternehmen ohnehin ab. Natürlich bekommen Sie so potentiell mehr Follower, weil Sie nahezu die gesamte Pinterest-Community ansprechen, doch qualitativ wertvoll sind diese nicht. Ziel Ihrer Pinterest-Aktivität ist letztlich die Stärkung der eigenen Marke und die Umsatzsteigerung: Wenn Sie nun viele englischsprachige Besucher auf Ihre deutschsprachige Webseite lenken, haben Sie zwar mehr Besucher, aber auch eine hohe Anzahl an Absprüngen. Das nützt weder Ihnen noch dem Besucher.

Pinformation Marpha Consulting

Bleiben Sie informiert, mit unserem Pinformation-Service. Bequem per E-Mail. Zur Anmeldung bitte klicken.

4. Cross-Promotion auf Pinterest

Pinterest erlaubt es Ihnen nicht nur, Bilder zu pinnen, sondern auch Videos und sogar Musiktitel. So können Sie auf Ihrem Pinterest-Profil etwa auf Ihren Youtube-Kanal aufmerksam machen, wovon einige der hier untersuchten Unternehmen bereits Gebrauch machen. Von Pinnwänden wie (vereinzelt gesehen) „MARKE XY Videos“, auf denen einfach alle Videos des Unternehmens gepinnt werden, raten wir eher ab. Zum einen erschwert dies das Auftauchen Ihrer Inhalte in den Suchergebnissen, da der Pinnwand-Name keine relevanten Schlagwörter enthält. Noch wichtiger: Eine derart gestaltete Pinnwand stimmt nicht mit dem Nutzungsverhalten der Pinner überein. Eine Video-Pinnwand enthält in den meisten Fällen diverse Videos zu den verschiedensten Themen. Wer auf Pinterest sucht, sucht jedoch nach etwas Bestimmtem. Wer durch Ihre Videos browsen möchte, tut dies eher auf Ihrer Webseite oder Ihrem Youtube-Kanal. Besser ist es, einzelne Videos auf thematisch relevanten Pinnwänden zu platzieren, also zwischen „normalen“ Pins.

Maler Heyse YouTube Pin

Best Practice Maler Heyse: YouTube-Videos dort einbinden, wo es Sinn macht

Was wir auch häufiger gesehen haben, sind Instagram-Pinnwände. Auch hier raten wir von einer reinen Instagram-Pinnwand ab. Pinnen Sie stattdessen lieber einzelne Instagrams auf relevante Pinnwände.

5. Setzen Sie auf Interaktion

Pinterest ist zwar kein soziales Netzwerk, doch auch hier gilt: Je mehr Sie mit anderen Pinnern interagieren, umso erfolgreicher wird Ihre Marke sein. Je mehr Menschen Sie auf Pinterest erreichen, umso höher ist Ihre Chance auf ein stärkeres Engagement mit Ihren Inhalten. Auf die wichtige Rolle, die Gruppen-Pinnwände in diesem Bereich spielen, sind wir bereits eingegangen. Weitere Formen der Interaktion, die Ihnen Pinterest bietet, sind Repins, Gefällt mir-Angaben für Pins, Kommentare zu Pins, Pinnern zu folgen und Pinnern Nachrichten zu schicken. In all diesen Fällen werden die Pinner über Ihre Aktivitäten benachrichtigt (insofern sie die Benachrichtigungsfunktion nicht deaktiviert haben), d.h. Sie gelangen in deren Aufmerksamkeitszentrum. Wenn Sie Pinnern folgen, achten Sie darauf, dass diese eine hohe Reichweite haben. Wenn solche Influencer Ihre Inhalte teilen, erreichen Sie gleich ein viel größeres Publikum. Die Pinterest-Marketingplattform Ahalogy hat festgestellt, dass eine solche Maßnahme in einem durchschnittlichen Anstieg der Follower um 193 Prozent binnen einer Woche führen kann.

Eine weitere Möglichkeit, um aktive Pinner in Ihre Pinterest-Strategie einzubinden, sind Gewinnspiele auf Pinterest. Dies erfolgt meist in der Form von gemeinsamem Pinnen auf einer Gruppen-Pinnwand. Häufig wird ein Hashtag definiert, den Pinner auf ihren eigenen Boards einsetzen sollen. Beachten Sie bitte, dass Hashtags auf Pinterest nicht so funktionieren, wie Sie es beispielsweise von Twitter gewohnt sind. Ein Klick auf einen Hashtag löst auf Pinterest eine Suche aus, deren Ergebnis nicht zwingend alle Erwähnungen des Hashtags anzeigt, sondern vielmehr Pins, die sich um das Thema scharen. Wählen Sie also eine andere, zuverlässige Methode des Teilnehmer-Trackings.

6. Optimieren Sie Ihre Webseite für Pinterest

Um ein möglichst hohes Engagement Ihrer Kunden mit Ihrem Pinterest-Profil zu erzielen, sollten Sie dieses prominent auf Ihrer Webseite und in anderen Marketingkanälen, beispielsweise im Newsletter, platzieren. Pinterest bietet auf seinen Unternehmensseiten dazu einen HTML-Code an, den Sie leicht an Ihre Bedürfnisse anpassen können. Die Pinterest-Marketingplattform Ahalogy zeigt in der bereits erwähnten Case Study, dass die Information über den Pinterest-Account im Newsletter bei einem ihrer Kunden zu einem Anstieg der Follower um das 23fache führte. Ein anderer Kunde wählte Facebook, um auf sein Pinterest-Profil aufmerksam zu machen und erzielte einen Anstieg von Klicks um 242 Prozent und von Repins um 278 Prozent.

Um das Teilen Ihrer Inhalte auf Pinterest zu erleichtern, binden Sie am Besten den Pin it-Button auf Ihrer Webseite ein. Darüber hinaus bietet Pinterest Unternehmen verschiedene Widgets an, um das Profil, ausgewählte Pins oder einzelne Pinnwände zu präsentieren. Denken Sie auch daran, Pinterest in Ihre Social Media Buttons zu integrieren. In unserer Untersuchung tun das bereits 69,6 Prozent der Unternehmen.

Bloggen Sie!

Falls Sie noch keinen Unternehmensblog eingerichtet haben, tun Sie es jetzt. Es gibt kaum eine bessere Möglichkeit, um regelmäßig Besucher auf Ihre Webseite zu lenken. Ihre Produktpalette mag sich nur langsam erweitern, aber Themen, über die es sich zu schreiben lohnt, gibt es zuhauf. Machen Sie es sich zur Regel, jeden Beitrag in Ihrem Blog mit einem aussagekräftigen Bild zu versehen, das Sie auf Pinterest pinnen können. So können Sie gezielt interessierte Pinner auf Ihre Webseite führen. Gestalten Sie Ihre Landing Pages so, dass die Customer Journey fortgesetzt werden kann, etwa mit Produktpräsentationen oder Angeboten in der Sidebar. Dawanda pinnt beispielsweise Rezepte aus dem Blog und verweist auf den Landing Pages auf passende Produkte.

Ein Blog kann sich vor allem für Unternehmen lohnen, die ihre Produkte nicht optimal auf Pinterest präsentieren können, wie etwa E-Commerce-Anbieter mit täglich oder wöchentlich wechselndem Angebot ohne dauerhafte Landing Pages. Womit wir auch schon beim nächsten Punkt wären:

Pflegen Sie Ihre Landing Pages

Für Ihren Erfolg auf Pinterest ist es absolut wichtig, dass Sie die Landing Pages, auf die Ihre Pins verweisen aktuell halten. Insbesondere bei so genanntem Evergreen Content wie DIY-Anleitungen ist die fehlende Verlinkung für den Nutzer sehr ärgerlich. Aber auch im E-Commerce vertun sich Unternehmen so viele Chancen. Bedenken Sie immer, dass Inhalte auf Pinterest nicht wie auf Facebook oder Twitter schnell im Feed nach unten rücken und damit quasi irrelevant werden. Pinterest ist vielmehr als Suchmaschine zu verstehen, in der auch alte Pins immer wieder auftauchen können.

Im Rahmen unserer Untersuchung sind wir – insbesondere bei älteren Pins – immer wieder auf Webseiten-Pins von Unternehmen gestoßen, die auf 404s führten. Das ist nicht nur für den Nutzer unbefriedigend, sondern auch verspieltes Potential für Ihre Marke. Unternehmen sind gut beraten, externe Tools wie Pin4Ever oder Board Booster  einzusetzen, um kaputte Links zu identifizieren.

Prüfen Sie die URL-Links Ihrer Pins regelmäßig und arbeiten Sie mit den Webseiten- und SEO-Verantwortlichen in Ihrem Team zusammen, um rechtzeitig von Serverumzügen und ähnlichen technischen Änderungen zu erfahren, die zu einer Veränderung der Linkstruktur führen. Falls Sie von Seiten pinnen, die sich regelmäßig ändern, etwa weil regelmäßig neue Angebote oder Produkte annonciert werden, dann verweisen Sie lieber auf die Homepage Ihres Unternehmens oder eine relevantere Landing Page, um Ihren Pinterest-Besuchern einen angenehmen Einstieg in Ihre Seite zu ermöglichen. Für nicht länger verfügbare Produkte empfiehlt es sich zum Beispiel auf eine Landing Page zu lenken, die ähnliche Produkte vorschlägt.

Wenn Sie, wie viele der Unternehmen in unserer Untersuchung, Bilder manuell hochladen, vergessen Sie auch hier nicht, einen Link zu Ihrer Homepage zu hinterlegen. So leiten Sie interessierten Traffic auf Ihre Seite, der sonst nur eine Bilddatei auf Pinterest sehen würde. Lassen Sie dieses Potential zur Kundenakquise nicht ungenutzt.

IV Die Top Performer

Die Pinterest-Performances der untersuchten deutschen Unternehmen variieren stark. Einige Auftritte sind noch ausbaufähig, aber überzeugen in manchen Punkten mehr, doch unter anderen Aspekten weniger. Ein paar wenige fallen überaus positiv ins Auge. Bei diesen Top Performern ist eine ausgeklügelte Pinterest-Strategie deutlich erkennbar, darum hier nun die drei besten Pinterest-Profile deutscher Unternehmen:

  1. OBI: Die Baumarktkette überzeugt durch einen serviceorientierten Ansatz und mit viel Ideengebung für DIY-Projekte – und passt seine Inhalte damit perfekt auf die Bedürfnisse der Pinterest-NutzerInnen an. OBI betreibt ein gelungenes Community Building statt nur platt die eigene Marke zu promoten. Prima!
  2. Westwing: Das Shoppingportal für’s Zuhause bietet eine atemberaubende Vielfalt an Inspiration, die doch gekonnt im Markenumfeld verbleibt. Dabei überzeugt Westwing vor allem durch kreative Board-Ideen und nutzwertige Pin-Beschreibungen.
  3. Hornbach: Die zweite Baumarktkette beeindruckt durch ein packendes Storytelling, das zum Verweilen einlädt. Auch hier ragen die Pin-Beschreibungen hervor, die gezielt Ideen vermitteln.
Trommelwirbel: Die drei besten #Pinterest-Profile deutscher UnternehmenClick To Tweet

Ihre Erfahrungen

Kennen Sie empfehlenswerte Beispiele deutscher Unternehmen auf Pinterest? Lassen Sie es uns in den Kommentaren wissen. Wir freuen uns auf Sie!

Ihre Checkliste

Jetzt herunterladen: Die Checkliste für Ihr Pinterest-Marketing

 

Slideshare zum Beitrag

Folgen Sie uns auf Pinterest

Follow Marpha Consulting’s board Pinterest Marketing Tipps & Tricks on Pinterest.

Mehr Pinterest-Tipps gesucht?

Erfolgreich-auf-Pinterest-ebook-Front-642x1024.jpg

In unserem eBook erfahren Sie, wie Sie sich optimal auf Pinterest präsentieren und die Plattform für Ihre Marke effektiv nutzen.

– Erste Schritte auf Pinterest

– Die besten Strategien für mehr Umsatz und Traffic

– Pinterest als Verkaufskanal

– Inbound Marketing mit Pinterest

– Pinterest als Tool zur Marktanalyse

– Content Marketing mit Pinterest

– Pinterest SEO

– Tools, die den Pinterest-Alltag erleichtern

– Extra: Checklisten & Vorlagen

Jetzt kaufen oder Probekapitel lesen

 

Dr. Melanie Grundmann

Dr. Melanie Grundmann

Inhaberin, Social Media Consultant bei Marpha Consulting
Melanie Grundmann ist Inhaberin von Marpha Consulting und Autorin des Buches Erfolgreich auf Pinterest.
Dr. Melanie Grundmann

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.