ASO: So optimieren Sie Ihren App-Namen für ein besseres Ranking im App Store

Sie haben Monate damit zugebracht, eine großartige App zu konzipieren und nun sind Sie endlich bereit für den Launch? Herzlichen Glückwunsch!

Nach dem ganzen Aufwand, den Sie für die App-Entwicklung betrieben haben, wollen Sie natürlich auch, dass potentielle Kunden Ihre App in den App Stores finden. Leider ist es mit einem einfachen Einstellen der App in die App Stores von Apple (iOS App Store), Google (Google Play) und Amazon (Amazon App-Store für Android) nicht getan. Das Schlagwort der Stunde lautet App Store Optimierung, kurz ASO.

Was ist ASO?

App Store Optimierung, kurz ASO, ist im Prinzip SEO (Suchmaschinenoptimierung) für mobile Apps. ASO hilft Ihnen, Ihre App in den verschiedenen App Stores gut zu platzieren.

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Studien und diverse A/B-Tests zeigen, dass der App-Name, die App-Beschreibung, die gewählten Keywords, die Anzahl und Qualität der Bewertungen, aber auch Faktoren wie der Update-Zyklus einer App, die Anzahl an Screenshots und Sprachunterstützung einen Einfluss darauf nehmen, wie Ihre App im App Store positioniert wird. Wobei es angesichts verschiedener Algorithmen deutliche Unterschiede zwischen den App Stores von Apple, Google und Amazon gibt. Was heißt das für Sie? Ohne eine nachhaltige Strategie wird Ihre App-Vermarktung kaum funktionieren, denn die meisten Apps werden über die Suche und das Browsen im App Store gefunden, wenn Sie nicht von Freunden und Bekannten empfohlen werden.

Letztlich muss Ihre App natürlich inhaltlich überzeugen, sonst nützt Ihnen auch die beste Positionierung nicht. Doch zumindest dafür können wir Ihnen wertvolle Tipps geben, damit Sie die erste Hürde schaffen, nämlich die, ins Aufmerksamkeitsfeld und auf das Gerät der Nutzer zu kommen.

ASO-Tipps, um Ihren App-Namen zu optimieren

Da der Themenbereich App Store Optimierung umfassend ist, widmen wir uns im heutigen Beitrag der Optimierung des App-Namens. Wenn Sie diese Tipps beachten, wird sich die Positionierung Ihrer App im App Store deutlich verbessern, denn insbesondere der Name Ihrer App spielt als zentrales Aushängeschild und erste Zugangsquelle eine entscheidende Rolle!

[clickToTweet tweet=“Der Name Ihrer App spielt bei der Positionierung im App Store eine entscheidende Rolle! #ASO“ quote=“Der Name Ihrer App spielt bei der Positionierung im App Store eine entscheidende Rolle! #ASO“]

Mit einem strategisch gewählten Namen können Sie die Auffindbarkeit Ihrer App deutlich steigern. Bei der Wahl des App-Namens sind bestimmte Faktoren zu beachten, die sich aus der Logik der App Store-Suchmaschinen und begrenzter Formatvorlagen ergeben. Dabei gibt es keine allgemeingültige Musterlösung: Vielmehr müssen Sie mit diesen Faktoren herumexperimentieren um herauszufinden, was für Ihre App im Marktsegment am Besten funktioniert.

Optimierung Ihres App-Namens

Im App Store sehen potentielle Nutzer nach einer Suche zuerst Logos und den Namen von den Apps, die etwas mit dem Suchbegriff zu tun haben, der eingegeben wurde. Je nach App Store sind in dieser Ansicht der sogenannten App Store Snippet, d.h. ohne dass der potentielle User bereits auf eine App geklickt hat, nur eine begrenzte Zahl von Zeichen vom Anfang des App-Namens zu sehen.

App Store Snippet

Alles was darüber hinausgeht, ist ohne Klick auf eine bestimmte App zunächst nicht sichtbar. Warum ist das wichtig? Der potentielle User wird sich in der Snippet-Ansicht für eine der vielen angezeigten Apps entscheiden und sie anklicken. Genau deshalb sollten Sie Ihren App-Namen zunächst auf diese Ansichten optimieren.

#1 Nutzen Sie den verfügbaren Platz

Dabei gibt es Unterschiede, wie viele Zeichen in den verschiedenen App Stores angezeigt werden. Sucht man beispielsweise in den Desktop- bzw. Browserversionen der App Stores, dann wird folgende Zahl an Schriftzeichen in der Snippet-Ansicht angezeigt:

  • in Apples iOS App Store sind es 33 sichtbare Schriftzeichen,
  • im Amazon App Store für Android sind es insgesamt 116,
  • bei Google Play abhängig von Groß- und Kleinschreibung 15-19 Zeichen

Sucht man in den App Stores mit einem Smartphone, dann ist die Anzahl der sichtbaren Zeichen sehr unterschiedlich und auch abhängig davon, ob der Bildschirm aufrecht oder quer gehalten wird. Bei einer mobilen Suche sind in allen App Stores jedoch in der Regel nicht mehr als 35 Zeichen sichtbar, die sich zumeist auf zwei Zeilen verteilen. Bei Google Play ist es anders, da hier nur eine Zeile mit nicht mehr als 15 Zeichen gut erkennbar angezeigt wird. Somit ist von App-Namen klar abzuraten, die mit deutschen Wortungetümen beginnen, da diese nicht vollständig angezeigt werden. Bedauerlich, aber die ‚Donaudampfschifffahrtskollionsvermeidungsapp‘ mag eine prima Idee sein, müsste jedoch aus den angeführten Gründen leider umbenannt werden.

[clickToTweet tweet=“#ASO – Halten Sie Ihren App-Namen am Anfang kurz! “ quote=“#ASO – Halten Sie Ihren App-Namen am Anfang kurz! „]

Damit Ihr App-Name in allen App Stores gut erkennbar angezeigt wird, sollten Sie nach folgender Faustregel handeln: Der App-Name darf am Anfang, wo meistens das Branding steht, 15 Zeichen nicht übersteigen. Warum es jedoch fast immer sinnvoll ist, die Zeichen auszunutzen, die in den App Stores für den App-Namen zur Verfügung gestellt werden, wird im Folgenden beschrieben.

#2 Funktionalität vor Branding: Beschreiben Sie die Funktionalität Ihrer App im Namen so konkret wie möglich

Obwohl der App-Name ‚Donaudampfschifffahrtskollionsvermeidungsapp‘ nicht gewählt werden sollte, hat er doch einen klaren Vorteil: Der Nutzer versteht die Funktion der App auf Anhieb – Dampfer sollen auf der Donau nicht mehr verunfallen. Und genau das ist wichtig für die Namensgebung Ihrer App, denn in App Stores wird fast ausschließlich nach Funktionen gesucht, die eine App erfüllen soll, beispielsweise: ‚Bauch Beine Po‘ oder ‚Fußballergebnisse‘ – weniger nach Markennamen. Dementsprechend ist Ihr potentieller Nutzer auf der Suche nach einer App, die einen Bezug zum Suchbegriff hat. Darum ist es empfehlenswert, bereits beim App-Namen so konkret wie nur möglich zu sein, so dass der potentielle Kunde sogleich die Funktion der App versteht.

Ein gut optimierter App Name besteht folglich aus Ihrem Markennamen und einem beschreibenden Zusatz. Für den Zusatz ist es wichtig eine Keyword-Recherche durchzuführen, damit im App-Namen auch die relevanten Suchbegriffe vorkommen, für die sich potentielle User interessieren. Doch bevor wir zu diesem Thema kommen, zunächst noch ein paar Worte zum App-Branding.

#3 Ein Markenname kann durch App-Branding de facto nicht aufgebaut werden

Natürlich ist diese Logik, die Funktionalität vor Branding setzt, für die Marketing-Welt schwer zu akzeptieren. Doch der Versuch, durch einen App-Namen ein Firmen-Branding zu verbreiten oder eine Marke aufzubauen, bleibt in den meisten Fällen erfolglos, denn nur wenige Bereiche wie etwa ‚Gaming’, funktionieren auch in App Stores über Brands. Sie sollten sich auch nicht davon beirren lassen, dass Unternehmen wie Facebook, Twitter oder Youtube ihren Markennamen als einzigen App-Titel verwenden. Nach diesen starken Marken wird in App Stores von Nutzern freilich gesucht, doch dies gilt eben nur für einige wenige Big Player.

Der Name Ihres Unternehmens bzw. Ihrer Marke sollte besser in die dafür vorgesehene Kategorie des ‚Publishers‘ bzw. ‚Entwicklers‘ eingesetzt werden, die alle App Stores in ähnlicher Form bereithalten und die fast immer gleich unter oder über dem App-Namen angezeigt wird. Da diese Kategorie ebenfalls in die Suchalgorithmen der App Stores einbezogen wird, kann es von Vorteil sein, auch hierfür eine Mischung aus Keywords und Marken-Namen zu formulieren.

Allerdings ist Vorsicht geboten, denn manchmal ist es keine gute Idee, app-spezifische Keywords im Namen des Publishers bzw. Entwicklers zu verwenden, denn so muss für jede weitere App ein neues Entwicklerkonto für jeden App Store angelegt werden. Dabei beraubt man sich der Möglichkeit, auf andere Apps seines Unternehmens zu verweisen, da diese in der Regel im selben Entwicklerkonto erstellt sein müssen. Sollten Sie also mehr als eine App planen, ist von Keyword-Optimierungen im Namen des Publishers bzw. Entwicklers von vorherein abzuraten.

#4 Der App-Name verhält sich wie Keywords

Das Plädoyer für eine ausdrückliche Funktionsbeschreibung im Namen gewinnt ein weiteres Argument, wenn man sich die Funktion des App-Namens in Bezug auf die Suchalgorithmen der App Stores vor Augen führt. Obwohl keiner der App Store-Anbieter seinen Suchalgorithmus offengelegt hat, ist doch so viel bekannt: App-Namen verhalten sich wie Keywords. Das heißt, dass alle im App-Namen stehenden Worte vom Suchalgorithmus des jeweiligen App Stores erfasst und entsprechend ihrer Bedeutungen kategorisiert werden. Steht im App-Namen also beispielsweise das Wort ‚Segeln‘, so wird die App in diese Kategorie eingeordnet und konkurriert mit den anderen Apps dieser Kategorie um das beste Ranking.

Für Unternehmen mit begrenzter Markenbekanntheit ist es deshalb empfehlenswert, nach dem Branding einige Schlagworte folgen zu lassen, da sich durch diese Begriffe die Auffindbarkeit deutlich steigert:

  • Tankfuchs – günstig Tanken
  • eatigo – restaurants discounts
  • Cymera – Kamera & Fotocollagen

Wie man an den gelungenen Beispielen für App-Namen sieht, hat es sich eingebürgert, die Schlagworte oder den funktionsbeschreibenden Claim von der Marke durch einen Bindestrich abzutrennen. Wie man am Beispiel der TracknShare-App sieht, gibt es bezüglich der Länge des App-Namens nur wenige Beschränkungen. Zum Beispiel stehen den Entwicklern im iTunes App Store 255 Zeichen für den App Namen zur Verfügung, die aber erst vollständig angezeigt werden, wenn der User auf die App geklickt hat.

#5 Bringen Sie Claim und Keywords in Einklang

Es ist jedoch nicht ratsam, einfach eine Liste von Keywords oder kurzen Suchformeln an den Brand-Namen anzuhängen, da diese nach dem Klick auf die App vollständig sichtbar werden. Auch aus ästhetischen Gründen gilt es, eine Ausgewogenheit zwischen Branding und Keywords herzustellen. Am Besten ist es freilich, wenn sich die Keywords in Form eines Claims in den Namen integrieren. Einige Beispiele dafür hiernach:

  • Zattoo TV App: Live Fernsehen
  • Lieferheld – Pizza Pasta Sushi
  • Rezepte mit Schlank & fit

Wrap-up

Es gibt also verschiedene Dinge, die bei der Suche nach dem optimalen App-Namen beachtet werden sollten. Wählen Sie einen App-Namen, der am Anfang nicht länger als 15 Zeichen ist und in den nächsten 15-20 Zeichen bereits ausdrücklich die Funktion der App benennt. Für die Auffindbarkeit der App ist das Branding eher unwichtig. Dafür kommt es auf die Keywords an, die in geeigneter Form dem Branding als Zusatz folgen sollten. Bestenfalls gewinnen die Keywords die Form eines Claims, sodass der App-Name insgesamt auch ästhetischen Ansprüchen genügt.

[clickToTweet tweet=“#ASO Bestenfalls gewinnen die Keywords die Form eines Claims.“ quote=“#ASO Bestenfalls gewinnen die Keywords die Form eines Claims.“]

Wir wünschen viel Erfolg bei der Namenssuche für Ihre App! Berichten Sie uns von Ihren Erfahrungen in den Kommentaren. Wir freuen uns auf Sie!

 

 

Übrigens: Wir unterstützen Sie gern bei der Optimierung Ihres App-Marketings.

 

Dr. Johannes Keil

Inhaber, Social Media Consultant bei Marpha Consulting
Johannes Keil ist Inhaber von Marpha Consulting, Blogger und Social Media Manager.
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